Alkaloide.
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bezeichnete Formel des Apomorphins vervierfacht, die des Morphinsverdoppelt werden. Bei dem Erhitzen von salzsaurem Morphin mitChlorzink resp. mit concentrirter Salzsäure soll das Alkaloid polymeri-sirt werden, wobei eine Reihe durchgehends amorpher, leicht veränder-licher Basen entsteht, worunter auch das Apomorphin. Ingleichen erzeugeSchwefelsäure mit Morphin nacheinander Trimorphin, C 102 H xl 4 N 6 0 18 ,und Tetramorphin, CigoH^NgC^.
In ähnlicher Weise wirke auch Phosphorsäure, während andererseitsbei Einwirkung von Gemischen, z. B. von Phosphor und Jodwasserstoff-säure, noch complicirtere Reactionen eintreten.
Pseudomorphin, C 17 H lg N 04 , vom Verfasser 4 ) wieder im Opiumaufgefunden, nachdem die Existenz dieses Alkaloides von mehrerenSeiten bezweifelt wurde, bildet aus Alkohol krystallisirt ein mikro-krystallinisches Pulver, aus seinen wässerigen Salzlösungen aber gefällteinen weissen, amorphen, dem Thonerdehydrat ähnelnden Niederschlag,der auf Glasplatten ausgestrichen spröde weisse Platten giebt, wie sie J o b s tausstellte. Das Pseudomorphin bildet im Gegensatz zu dem Morphinmit Säuren fast durchgehends schwerlösliche Salze, z. B. das Chlorhydrat,C 17 Hi 9 N 04 , HCl + H 2 O, das sich in 70 Theilen kalten Wassers löst,das Sulfat, 2 Ci 7 H 19 N 04 , II 2 SO 4 -f 6II 2 0, welches sich in 422 Theilenkaltem Wasser auflöst und dessen Krystalle denen des Gypses sehrähnlich sind, das Oxalat, 2 C 17 H 19 N 04 , C 2 H 2 O 4 -f- 6 H 2 0, welches zuseiner Lösung das 1940 fache kalten Wassers braucht. Verfasser glaubt,dass das von Schützenberger 2 ) durch Einwirkung von salpetrig-saurem Silber auf Morphinchlorhydrat erhaltene Oxymorphin mit demPseudomorphin identisch ist. Auch das vor Kurzem von G. Nadler 3 )aus dem Morphin mittelst Kupferoxydammoniak erhaltene neue Alkaloidhat grosse Aehnlichkeit mit dem Pseudomorphin und ist vielleicht mitihm identisch, während die Substanzen, welche E. L. Mayer 4 ) mittelstsalpetriger Säure und aus diesen durch Kochen mit Wasser oder Alkoholerhielt, hiervon bestimmt verschieden sind.
Codein, Cjg^iNOs + H 2 0, fand Jul. Jobst 5 6 ) im türkischenOpium zu 0'2 bis 0'3 p. C., im württembergischen Opium zu etwa0-1 p.C.
Es ist nach den Versuchen von Matthiessen, Burnside undWright 3 ) alsein methylirtesMorphin,C 17 H 18 (CH 3 )N 03 , zu betrachten,welches durch Einwirkung von Salzsäure zunächst in Apocodein (Me-
4 ) Hesse, Ann. Cliem. Pharm. CXLI, 87 und Supplementb. VIII, 267.
2 ) Schützenberger, Ohem. Centralbl. 1865, 1088. s ) Nadler, Schweiz.Wochenschr. f. Pharm. XI, 12. 4 ) Mayer, Ber. cliem. Ges. IV, 122.
6 ) Jobst, N. Bepert. f. Pharm. XXI, 4. °) Matthiessen, Burnside
und Wright, Ann. Chem. Pharm. Suppl. VII, 177, 364 u. CLVIII, 131.