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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

Die Gerbung durch Eisensalze ist indess nicht widerstandsfähig gegenWasser. Am haltbarsten ist sie bei Fixirung des Eisensalzes auf derFaser nach dem Vorschläge von Fr. Knapp als Eisenseife.

Das Hautfibroi'n behält auch nach seiner Vereinigung mit den Gerb-stoffen die Fähigkeit, sich wie im unverbundenen Zustande in Leim zuverwandeln. Indess bleibt die Gerbsäure mit dem Leim verbunden,während die anorganischen Gerbstoffe keine unlösliche Verbindung mitLeim eingehen, sondern schon durch kaltes Wasser, leichter durchkochendes, aufgelöst und getrennt werden.

Reimer kommt zu dem schon von Knapp aufgestellten Resultat,dass die Erscheinungen beim Gerben der thierischen Haut vollkommendie analogen sind wie beim Färben der thierischen Faser, dass sie wiediese nach den Gesetzen der Capillaranziehung vor sich gehen.

Gallussäure, C 6 H 2 und Pyrogallussäure, C s Hg (OH) 3 ,

die schon von Scheele 1785 entdeckten Zersetzungsproducte derGallusäpfelgerbsänre, finden wegen ihrer Eigenschaft, die Oxyde deredlen Metalle, speciell Silberlösungen zu reduciren, ausgedehnte Ver-wendung in der Photographie zum Entwickeln der Bilder, und zwarwird jetzt fast ausschliesslich die Pyrogallussäure zu diesem Zweckbenutzt und in grösserem Maassstabe dargestellt, so dass die Bereitungder Gallussäure vorzugsweise als Mittel zur Darstellung der Pyro-gallussäure dient.

Die Gallussäure, deren Beziehungen zum Tannin durch die citirtenArbeiten von H. Schiff völlig aufgeklärt sind, und deren Constitution

( 0 H

C 0 O H ml ^ e lst

Aetzkali Lautemann 1 ) erwiesen ist, findet sich fertig gebildet nebenGerbsäure in vielen Pflanzen, namentlich in den Galläpfeln, in denMangokörnern, im Dividivi (den Früchten von Caesalpinia coriaria),im Thee etc.

Nach Stenhouse 2 ) kann sie aus diesen Pflanzen durch Auskochenmit Wasser gewonnen und von der beigemengten Gerbsäure dadurchgetrennt werden, dass man diese mit Leimlösung fällt, und das Leim-tannat abfiltrirt.

Den geeignetsten Ausgangspunkt zu ihrer Darstellung bildet dieGalläpfelgerbsäure, die sowohl bei Einwirkung von Alkalien als Säurenoder durch die Wirkung des in den Galläpfeln enthaltenen Fermentsleicht in Gallussäure übergeht.

x ) Lautemann, Ann. Chem. CXX, 299 2 ) Stenhouse, Ann. Chem.

XLV, 9.