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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

ferner in der Woll- und Seidefärberei, in der Wolldruckerei, zum Stroh-bleichen , zum Beseitigen von Tinte- und Rostflecken u. s. w. Als einneuerer Vorschlag zur Anwendung von Oxalsäure sei ein französischesBrevet für Hrn. Manoury 1 ) erwähnt, nach welchem die Oxalsäurezur Scheidung des Rübensaftes dienen soll. Auf 5000 Kg Rüben wen-det er 125 g Oxalsäure an. Das Auspressen des Rübenbreies werdeerleichtert, wenn man die Säure auf der Reibe schon zugebe und dieScheidung gehe dann besser und vollständiger vor sich.

Es ist vielleicht nicht überflüssig, hier daran zu erinnern, dass dieOxalsäure ein heftiges Gift ist. Das beste Gegenmittel ist fein ge-schlämmte Kreide.

Der Preis für Oxalsäure ist in den letzten Jahren wie für diemeisten chemischen Präparate ungemein heruntergegangen. Nacheiner Mittheilung des Hrn. Kunheim beträgt derselbe im Grosshandel54 bis 60 R.-M. pro 50 Kg.

Weinsäure. *

Die Weinsäure, C^IgOg, hat ihren Platz im chemischen Systemals ein Derivat der Bernsteinsäure und kann aus dieser synthetisch dar-gestellt werden. Sie ist Bioxybernsteinsäure, C 2 H 2 (OH) 2 ^qqqjj '

Man muss verschiedene Modificationen der Weinsäure unterscheiden,deren Isomerie sich hauptsächlich in dem verschiedenen Verhalten gegenpolarisirtes Licht äussert. Die Weinsäure schlechthin, die wir imPflanzenreich in sauren und süssen Beerenfrüchten, in geringerer Mengeauch in Wurzeln, Rinden, Hölzern und Blättern sehr verbreitet an-treffen, dreht die Polarisationsebene nach rechts, sie ist Rechts wein-saure. In manchen, besonders ungarischen Trauben kommt die isomereTraubensäure vor, deren Lösung ohne Wirkung auf das polarisirteLicht ist. Diese Säure lässt sich durch geeignete Processe, deren Be-schreibung nicht wohl hierher gehört, in die isomeren Säuren, dieRechts- und Linksweinsäure, trennen, von denen die letztere denpolarisirten Lichtstrahl eben so weit nach links, wie die erstere, diegewöhnliche Weinsäure, nach rechts ablenkt. Endlich ist noch dieinactive Weinsäure zu unterscheiden, welche sich immer zugleichmit der Traubensäure bildet, ebenfalls ohne Wirkung auf polarisirtesLicht ist, sich von ihren Geschwistern aber durch grössere Löslichkeitim Wasser unterscheidet. Von technischer Bedeutung ist nur die Rechts-weinsäure, welche uns die Natur im Traubensafte in nicht unbeträcht-

Manoury, Bull. soc. cliim. 1874, 45; Wagn. Jaliresber. 1874, 675.