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Gruppe III. Chemische Industrie.
schiedenen Ländern seiner Construction nach gar nicht im Stande ist,die in Aussicht gestellten Erfolge zu erzielen. Weder die Zufuhr derLuft, noch die der Luft gebotene Oberfläche des Essigguts seien ge-nügend, ein solches Quantum Alkohol, wie von dem Erfinder ange-geben, zu oxydiren. Bei einer genaueren Betrachtung dieser Con-struction kommt man in der That zu dem Schluss, dass Singer niemit seinem Essighilder praktisch gearbeitet hat, oder dass seine Be-rechnung des in einer gegebenen Zeit oxydirten Essigguts auf völligfalschen Voraussetzungen beruht.
Zu den Neuerungen, die von dem Lieh ig’sehen Standpunkte ausweiter vorgeschlagen worden sind, gehört auch noch, wenn wir vonWidemann’s 1 ) Vorschlag, die Oxydation mittelst Ozon zu bewerkstel-ligen, ganz ahsehen, das von Nedle und Duyk 2 ) patentirte Verfahren,gegohrene Rübenauszüge mittelst Einpressen und Durchschlagen vonLuft zu Essig zu oxydiren.
Ein Anhänger von Pasteur endlich, Breton Laugier 3 ), hat dasin Frankreich übliche Verfahren der Weinessighereitung dahin modi-ficirt, dass auf die Oberfläche von in offenen ca. 125 1 fassenden Botti-chen befindlichem Wein Essigpilzzellen ausgesäet werden, wodurch einerheblich schnelleres Arbeiten erzielt wird.
Man sieht, was uns das letzte Jahrzehend an Verbesserungengebracht hat, ist kaum aus dem Rahmen des Versuches herausgetreten,und Essigfahrikanten, die sich im Uebrigen eines guten Erfolges be-wusst sind, werden sich von derartigen Vorschlägen nicht leicht be-stimmen lassen, Veränderungen in ihrem Betriebe vorzunehmen. Eingut construirter Essiggenerator, wie ihn Schützenhach vorgeschlagenhat, nur unwesentlich modificirt, leistet Ausserordentliches. Mit derVorstellung, dass die Ueherführung von Alkohol in Essig nichts alseine Oxydation ist, gelangt man sehr bald zur Erkenntniss derjenigenPunkte, in denen das gebräuchliche Verfahren noch gewisser Ver-besserungen bedürftig ist.
Zu einem vortheilhaften Betriebe gehören:
1. Gleichmässige möglichst feine Vertheilung des Essigguts beiausreichender weder zu grosser noch zu geringer Luftzufuhr.
2. Feststellung des für einen bestimmten Generator nöthigen Quan-tums Essiggut hei einer gegebenen Aussentemperatur.
3. Abhaltung jedes das Essiggut verunreinigenden resp. trübendenZusatzes, soweit möglich auch Reinhaltung des in Anwendung kommen-den Alkohols.
Was den ersten Punkt anlangt, so hat man zu berücksichtigen,dass mit dem Ueberführen des Alkohols in Essig keineswegs die Oxyda-
!) Widemann, Ding], pol. J. CCV, 577. 2 ) Nedle u. Duyk, Dingl.
pol. J. CLXXXII, 488. 3 ) Breton Laugier, Dingl. pol. J. CGI, 67.