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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Die Bereitung des Weines.

net. Das, Auftreten von Schwefelwasserstoff im "Wein kann durch ver-schiedene Ursachen hervorgerufen werden. Einfluss hierauf haben:

1. Der Boden. In den Trauben bemerkt man nie den Geruch nachSchwefelwasserstoff. Auf der anderen Seite liefern, wie wiederholteVersuche mir gezeigt haben, schwefelsaure Salze bei der Gährung keinenSchwefelwasserstoff. "Wenn also der Boden veranlassen kann, dass derWein Schwefelwasserstoff enthält, so müssen andere Schwefelverbin-dungen in den Trauben enthalten sein, aus welchen bei der Gährungder Schwefelwasserstoff entsteht. Im Allgemeinen wird angenommen,dass von Thonschieferböden, die Schwefeleisen (Schwefelkies) enthalten,um so stärker der Böcksergeschmack entsteht, je mehr die Zersetzungdieses Minerals durch starke Stallmistdüngung befördert wurde. Beieinem solchen Boden, der gewöhnlich einen Böckserwein liefert, konnteich durch Uebergiessen mit Schwefelsäure unmittelbar Schwefelwasser-stoff nachweisen. So viel mir bekannt worden, sind es vorzugsweisekalkreiche Böden, von welchen der Böckser entsteht.

2. Die Düngung hat Einfluss auf die Entstehung des Böcksers.So wird derselbe durch massenhafte Anwendung von Wollabfällen vor-übergehend hervorgerufen.

3. Durch Vorhandensein von Schwefel in der gährenden Flüs-sigkeit. Nach meinen Untersuchungen (s.Weinlaube 1869, S. 6) ent-steht überall Schwefelwasserstoff, wo freier Schwefel in gährenden Flüs-sigkeiten enthalten ist.

Werden Trauben zur Beseitigung der Traubenkrankheit geschwe-felt, so bleibt gewöhnlich so viel Schwefel an denselben hängen, dasssich erhebliche Mengen von Schwefelwasserstoff im Wein bilden.

Beim Einbrennen der Fässer tropft von den Schnitten gewöhnlichein Theil Schwefel ab, ein anderer Theil verflüchtigt sich in dem Fassohne zu verbrennen. Letzteres findet besonders dann in erheblichemGrad statt, wenn man verhältnissmässig viel Schwefel verbrennt, so dasszuletzt nicht mehr hinreichend Sauerstoff im Fass ist, um den Schwefelrasch zu verbrennen 1 ). Bringt man sodann Most oder noch gährendenWein in ein Fass, in welchem sich solch abgetropfter oder durch Ver-flüchtigen fein zertheilter Schwefel befindet, so wird Schwefelwasserstoff,also der Böckser, entstehen.

4. Durch Zersetzung der Hefe. Die Hefe enthält Schwefel.Lassen wir Hefe faulen, so entsteht Schwefelwasserstoff. Dass eine solcheoder ähnliche Zersetzung auch im Wein stattfindet, ist nicht zu zwei-

Verbrennt man in einer Flasche einen Schwefelfaden, so kann manleicht beobachten, dass sich viel Schwefe] verflüchtigt und sich an die Wan-dungen der Flasche setzt.