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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Bereitung des Weines.

2. In den meisten Fällen genügt 1 bis 1'5 g Hausenblase für 1 HlWein. Wird bei geringem Gehalt an Gerbstoff' erheblich mehr Hausen-blase angewendet, so bleibt diese gelöst oder doch suspendirt.

3. Ist viel Gerbstoff im Wein oder ist dieser mehr oder weniger braunoder roth gefärbt, so scheiden sich kleine Mengen Hausenblase nichtgut ab, es findet kein gutes Schönen statt. In solchen Fällen muss ent-weder viel Hausenblase (5 bis 6 g auf 1 Hl) oder Eiweiss, Gelatine oderLeim genommen werden; letztere verdienen dann den Vorzug, weil siebilliger sind und sich bei viel Gerb- oder Farbstoff besser abscheiden,und zwar hat sich Eiweiss am besten bewährt.

4. Die zum Schönen nöthige Menge Eiweiss (auf Trockensubstanzberechnet), Gelatine und Leim ist erheblich grösser als jene der Hausen-blase. Während, wie angeführt, bei wenig Gerbstoff im Wein 1 bis1'5 g Hausenblase genügen, muss bei derselben Menge Wein dasWeissevon l x / 2 bis 2 Eiern (6'3 bis 8'4 Trockenmasse) oder 6 bis 8 bis 12 gGelatine oder Leim verwendet werden, wobei indess hervorzuheben ist,dass bei kleinem Gehalt an Gerbstoff Eiweiss, Gelatine und Leim über-haupt nicht gut schönen, und bei grossen Mengen Gerbstoff auch mehrHausenblase nöthig wird, doch kann man auch in solchen Fällen an-nehmen, dass 1 Thl. Hausenblase so viel schönende Wirkung hat, als2 bis 3 Thle. Gelatine.

Bei Weinen, die sehr reich sind an Gerbstoff, die braun sind oderdurch die Luft braun oder trüb werden, kann auch das Doppelte derangeführten Mengen Eiweiss, Gelatine oder Leim verwendet werden.

5. Enthält der Wein keinen Weinstein, so findet bei kleinen Men-gen Gerbstoff kein Schönen, bei grösseren Mengen Gerbstoff ein weni-ger gutes Schönen statt, als bei genügendem Gehalt an Weinstein.

6. Die kleine Menge Gerbstoff, die im Allgemeinen im Weissweinenthalten ist, hat nichtsdestoweniger einen wesentlichen Einfluss auf dasCharakteristische eines bestimmten Weines. Entfernen wir durch dasSchönen diesen Gerbstoff ganz oder theilweise, so werden wir den Weinbis auf einen gewissen Grad ändern. Wir fanden, dass mit kleinenSchwankungen sowohl die Hausenblase als der Leim ihr gleiches Ge-wicht Gerbstoff aufnehmen. Es wird also das Richtigste sein, dem Wein,den wir durch das Schönen möglichst wenig ändern wollen, so viel rei-nen Gerbstoff zuzusetzen, als wir Hausenblase, Leim oder Eiweiss, aufTrockensubstanz berechnet, anwenden.

Die Hausen blase wird gewöhnlich in Wasser eingeweicht, dann mitWein übergossen. Es wirkt hier übrigens nur die Säure und nicht derWeingeist des Weines. Eine Auflösung von Weinsäure oder Essigsäurein Wasser hat dieselbe Wirkung wie Wein.

Schon seit langer Zeit wurde von den Praktikern eine wesentlicheVerschiedenheit in der kalt und warm bereiteten Hausenblaseschöne