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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Die Bereitung des Weines.

Chaptal brachte zu Anfang dieses Jahrhunderts 1400 Rehsortenin der Baumschule des Luxemburger Palastes zusammen. Nach derinternationalen, ampelographischen Commission vom Jahr 1874 bestehennach den Angaben der Gärtner und Weinproducenten über 2000 Sor-ten, welche sich aber auf etwa 230 bestimmt unterschiedene Sortenzurückführen lassen. Hiervon werden vorzugsweise nur etliche 30 Sor-ten zur Production von Wein im Grossen angebaut.

Schon Columella 1 ) räth nur 3 bis 4 aber höchstens 5 Sortenund zwar jede Sorte auf einer besonderen Abtheilung des Feldes zubauen, damit die Trauben abgesondert bleiben und jede Sorte gehörigreif gelesen werden könne. Doch werden auch heute noch in Ungarn,Frankreich, Spanien, Italien und in einem erheblichen Theil Deutsch-lands sehr verschiedenartige Trauben durch einander gebaut und wirdso der Fortschritt in der richtigen Beurtheilung und Behandlung jedereinzelnen Sorte wesentlich erschwert.

Wann man begonnen hat, den sogenannten reinen Satz zu bauen(d. h. nur je eine Sorte Trauben auf einem Feld oder dessen Abthei-lungen), lässt sich nicht mehr nachweisen. Doch ist kein anderes Landin der Beziehung so weit fortgeschritten als Deutschland. Ohne Zwei-fel wäre man nie dazu gekommen, einen hochfeinen Rheinwein bei ge-mischtem Satz zu erzielen. Bei der Wahl der Traubensorte müssenvor Allem Beschaffenheit und Lage des Bodens und klimatische Verhält-nisse maassgebend sein.

Nach L. von Babo 2 ) unterscheidet man in Beziehung auf Anfor-derungen an den Boden zwei Classen.

I. Solche Sorten, welche kurze, feine, sich nicht weit verbreitendeWurzeln haben. Sie verlangen einen kräftigen Boden. Hierher gehörendie Clävenerarten und der Traminer.

II. Solche Sorten, die kräftige, lange, weit auslaufende Wurzelnhaben, mit welchen sie aus weitem Bereich Nahrung ziehen können.Hierher gehören: Ortlieber, Sylvaner, Trollinger und dergleichen.

In Deutschland sind die wichtigsten Sorten für feinere Weissweine:Riesling, Traminer, Rulander; für Mittelweine: Gutedel und Sylvaner;für feinere Rothweine: Burgunder und Schwarzclävener, für geringereRothweine: Trollinger. Der Rheinwein wird aus der Riesslingtraubegewonnen.

2. Düngung der Reben.

Die Düngung der Rebfelder hat auf die Reife und auf die Güteder Trauben einen wesentlichen, je nach Boden- und Klimaverhältnissen

J ) Columella, Lib. III, cap. 21. Gesell, d. Weine v. Henderson 35.

2 ) v. Babo, Der Weinbau, 3. Aufl. 87.