Ueber Alkoholpräparate. 281
Will man rationell verfahren, so muss die Fabrikation dieser Prä-parate sich vorzugsweise den als allgemeine Ausgangspunkte dienenden,also in genügender Menge verbrauchten Körpern zuwenden.
Die hier in Betracht kommenden Alkoholderivate zerfallen in ver-schiedene Classen, von denen die wichtigsten hier kurz erwähnt werdenmögen. Den ersten Rang nehmen neben den reinen Alkoholen seihstdie Chloride, Bromide und Jodide derselben ein; von nahezu gleicherWichtigkeit als Ausgangspunkte sind die Hydroxylderivate, also Al-dehyde, Säuren, Ketone und Aether. Demnächst sind die Ammoniak-abkömmlinge als Aminhasen, Säure-Amide und -Nitrile von Belang,während hei den übrigen, selteneren Körpern sich das Interesse derWissenschaft bald diesem, bald jenem mit Vorliebe zuwer>''et. Einegrosse Anzahl endlich der schwieriger zu gewinnenden Verbindungenwerden vorzugsweise zur Completirung der Sammlungen gebraucht, sodass ihr Bedarf auf kleine Quantitäten beschränkt bleibt.
In der Fabrikation muss man in vielen Fällen sich von den in denLaboratorien gebräuchlichen Methoden freimachen und an Stelle derGlasgefässe Apparate von Thon, Porcellan, Silber oder Kupfer tretenlassen, während die beliebten zugeschmolzenen Röhren grossen Dige-storen weichen müssen und das Heizgas vielfach durch gespanntenoder überhitzten Wasserdampf ersetzt wird. Ueberhaupt liegt inder Wahl der Gefässe oft die Hauptschwierigkeit bei der Darstellungder bisher nur in geringen Mengen in den Laboratorien der Chemikergewonnenen Verbindungen; allein wie auf anderen Gebieten, z. B. derFarbenindustrie, wird auch hier die Technik diese Hindernisse zu über-winden wissen, und dem theoretischen sowohl wie dem praktischenChemiker jeden, selbst den seltensten Körper in beliebiger Menge zurVerfügung stellen, sobald nur ein genügender Bedarf den Aufwand anMaterial und Arbeit zu decken verspricht.
Vergl. die Auszeichnungen für „Chemische Präparate“ und für„Pharmaceutische Präparate“.