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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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lieber Alkoholpräparate. 277

Ausser diesen vier Hauptproducten resultiren nicht uubeträcht-liehe Mengen von Zwischenproducten, welche, nur annähernd getrennt,für sich Anwendung finden und je nach ihrem Siedepunkt als Brenn-material, Lösungsmittel für Farben und Lacke etc. Anwendung finden.

In den Bereich unserer Betrachtung fällt ausser obigen vier Alko-holen nooh das Anfangsglied der Reihe, der Methylalkohol, um so mehr,da bei seiner Gewinnung genau dieselben Methoden und Apparate zurAnwendung kommen.

Als Ausgangspunkt für den Methylalkohol, der bisher unter denGährungsproducten des Zuckers nicht nachgewiesen ist, dient der roheHolzgeist, wie ihn die Holzdestillationen liefern. Auch hier hat manes, wie bei den durch Gährung entstehenden Alkoholen, mit einem ziem-lich complicirten Gemische zu thun. Zu erwähnen sind ausser Methyl-alkohol noch Aceton, Allylalkohol, Methylacetat, sowie Condensations-producte des Acetons, oder höhere Ketone, endlich beträchtliche Mengenhochsiedender übelriechender Oele. Zur Verarbeitung gelangen indes-sen nur die ersten drei Körper. Die Trennung geschieht, wie bei denAlkoholen, mit Hilfe verschieden construirter Colonnen, in denen derrohe Holzgeist einer systematischen Fractionirung unterworfen wird,nachdem durch Alkalien das Methylacetat entfernt und ein Theil dergelösten übelriechenden Oele durch schwache Oxydationsmittel zerstörtworden ist. Die Scheidung des Acetons vom Methylalkohol ist eineziemlich schwierige, da der Siedepunkt beider nur um 10° auseinanderliegt. Indessen ist der Erfolg wenigstens für den Methylalkohol einrecht günstiger, da es gelingt, denselben bis auf Spuren vom Acetonzu befreien. Die Gewinnung des höher siedenden Allylalkohols stösstauf sehr bedeutende Hindernisse.

Die bisher besprochenen Körper, also im Wesentlichen der Me-thyl-, Aethyl-, Propyl-, Isobutyl- und Amylalkohol, dienen nun einerweiteren ziemlich umfangreichen Industrie als Grundlage.

Der Methylalkohol findet in der Anilinfarbenfabrikation eine aus-gedehnte Verwendung, zumal da man für die Erzeugung des Grün undViolett fast nur noch von dem durch Methylirung des Anilins erhalte-nen Methylanilin ausgeht und nicht mehr vom Rosanilin selbst. Neuer-dings hat man ein durch seine Reinheit ausgezeichnetes Blau aus me-thylirtem Diphenylamin darstellen gelernt. In allen diesen Fällen istes wichtig, möglichst reinen Holzgeist anzuwenden, weil die beigemeng-ten Ketone in Folge ihrer Reaction auf Anilin nicht nur das Methyl-anilin verunreinigen und dessen Ausbeute erheblich herabdrücken, son-dern auch weiter mit in den daraus gewonnenen Farbstoff übergehen,dessen Reinheit und Nuance dadurch sehr beeinträchtigt wird. Es istdaher von Wichtigkeit die Qualität des käuflichen Holzgeistes genaufestzustellen, da aus äusseren Merkmalen sowie den physikalischen Eigen-schaften, wie Volumgewicht, Siedepunkt u. s. w., kein sicherer Schluss