Spiritusfabrikation.
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3. Spiritusgewinnung aus Mais.
Mais wird in Ungarn seit längerer Zeit zur Spiritusfabrikationbenutzt und in neuerer Zeit auch in Deutschland vielfach als Ma-terial für Spiritusgewinnung herangezogen, einerseits um den Betrieb,wenn nicht genügend Kartoffeln vorhanden sind, zu vergrössern, an-dererseits um in den Sommermonaten, in welchen Kartoffeln nicht mehrmit Vortheil zu verarbeiten sind, den Betrieb länger auszudehnen. VomStandpunkt der Fütterungschemie ist übrigens das Brennen eines zweck-mässigen Gemisches von Mais und Kartoffeln (auf 1 Thl. Maisstärke2 Thle. Kartoffelstärke) sehr zu empfehlen, da der Mais mit seinemhohen Fettgehalt der Schlampe gerade den Bestandtheil liefert, wel-cher in den Kartoffeln fehlt.
Der aus Mais resultirende Spiritus soll einen unangenehmen Geruchbesitzen und sich zur Herstellung von Feinsprit sehr wenig eignen.Von Spiritus-Raffinateuren wird wenigstens behauptet, dass derselbe sehrschwer zu rectificiren sei, und es wird von Seiten derselben lebhaftgegen die Verwendung von Mais zur Spiritusfabrikation agitirt. Obeine solche Agitation von Erfolg sein wird, oder ob die Interessen derLandwirthschaft die Verbesserung der Rectificationsapparate fordernwerden, muss erst die Zukunft lehren.
Die in Italien neuerdings aufblühende Spiritusindustrie ist fastausschliesslich auf die Verarbeitung von Mais angewiesen.
Der Mais ist ein Material, welches durch die Diastase des Malzessehr schwer aufgeschlossen wird, da die Stärke desselben von sehr harterund dichter Structur ist; das Aufquellen und Lösen der Maisstäi’ke wirdausserdem dadurch erschwert, dass neben der Stärke in dem Maiskorngleichzeitig grosse Mengen von Fett, welche das Benetzen mit Wasserverhindern, Vorkommen. Man muss sich daher ganz besondere Mühegeben, die Stärke durch vorhergehendes Zerkleinern und Schroten derMaiskörner möglichst blosszulegen. Die oberflächliche Betrachtung vonMaismaischen lehrt, dass überall da, wo man nicht Sorgfalt genug aufdie feine Vertheilung der Maiskörner legte, sich griessartige Körnchenvon unaufgeschlossenem Mais in der verzuckerten Maische in grosserMenge vorfinden. In der Aufschliessung von Mais scheinen denn auchdie sonst so vortrefflichen Apparate von Hollefreund und Bohmnicht das Erwünschte zu leisten. Vielleicht ist in dieser Beziehungvon Ellenberger’s Apparat Besseres zu erwarten. Wie sehr die Auf-schliessung der Maiskörner noch im Argen liegt, kann man aus denAngaben über die Ausbeute an Spiritus bei Verarbeitung dieses Ma-terials ersehen. Während nämlich aus 1 Kg Mais theoretisch circa40 Liter-Procent Alkohol gewonnen werden könnten, giebt ein erfah-rener Brennereitechniker — W. Schultze — an, dass aus Mais in
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