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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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248 Gruppe III. Chemische Industrie.

unteren Korbe unter Wasser gewogen und aus der Gewichtsabnahmedas Volumgewicht ermittelt. (Das in der Praxis gebräuchlichste undempfehlenswertheste Verfahren, von ungeübter Hand mit grösserenDurchschnittsproben leicht auszuführen.)

Vorstehend beschriebenes Verfahren ist von Schwarzer undHurtzig sehr bequem für die Praxis eingerichtet. Schwarzer wendeteine Wage mit ungleichen Armen an; durch Verschieben eines Lauf-gewichtes auf dem längeren Arm werden auf dem getheilten Wage-balken bei Anwendung eines bestimmten Gewichtes Kartoffeln directdie Stärkeprocente abgelesen.

Hurtzig hat das Princip der Federwage zur Volumgewichts-bestimmung angewendet — leider sind auf der Scala des Hurtzig’-schen Apparates die Stärkeprocente nicht direct abzulesen —, was übri-gens sehr leicht einzurichten wäre.

Als Princip mag endlich hier angefügt werden, dass dasjenigeVerfahren der Volnmgewichtsbestimmung das empfehlenswertheste ist,welches bei gleicher Genauigkeit möglichst grosse Proben zur Unter-suchung zu verwenden gestattet.

Zur Untersuchung der Maischen auf vergährungs-fähige und vergohrene Stoffe hat sich in der Praxis durch-gehende das von Ba 11 ing construirteSaccharometer eingebürgert,welches zwar nicht absolute Werthe angiebt, wohl aber zu vergleichen-den Bestimmungen geeignet ist. Die Balling’sche „Spindel“ giebtGewichtsprocente der Maischen an Zucker an; allerdings enthaltendie Maischen neben Zucker auch noch andere Substanzen, welche durchdas Saccharometer angegeben werden, die relative Menge derselben istjedoch ziemlich constant (in 100° Saccharometeranzeige sind bei Kartof-felmaischen 92 bis 94° wirklich vergährungsfähige Stoffe — Zucker resp.Maltose und Dextrin — enthalten), und da ausserdem das Saccharometermeistens nur dazu benutzt wird, um aus der Differenz der Angaben vorund nach der Vergährung die durch die Gährung zerstörte Zucker-menge zu bestimmen, so ist die stete Anwendung dieses Instrumentesnicht genug zu empfehlen, und Ballin g hat sich durch die Einführungdesselben ein grosses Verdienst erworben.

In vergohrenen Maischen sind die Angaben des Saccharometerszum Theil wegen des das Volumgewicht modificirenden Alkoholgehal-tes, zum Theil aber auch wegen der bei der Gährung in verschiede-nen Mengen entstehenden Nebenproducte weit weniger exact, als insüssen Maischen, immerhin aber zu vergleichenden Bestimmungennoch geeignet. Zum Beweise mögen nur folgende Zahlen angeführtwerden :

J ) Schulze u. M. Märcker, Jouru, f. Landw. 1872. 307,