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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

cirende Gruppen, C fl II 10 0 5 , entstanden ist. Wenn man nach dem Be-ductionsvermögen der Maltose für alkalische Kupferlösung (66 bis 67 p.C.der Dextrose) gehen soll, so wäre derselben die Formel

zuzusprechen, und die [Jmsetzungsgleichung der Stärke durch Diastaselautete:

Nach der von Schulze und Sullivan aufgestellten FormelC 12 H 22 O u würde man allerdings die Maltose aus C ( - IIj 2 0 ( ; -f- C,; H 10 0 5bestehend zu denken haben, indessen wäre mit dieser Formel wederdas Keductionsvermögen der Maltose noch auch die Bildung von Mal-tose und Dextrin aus der Stärke zu erklären. Präciser ausgedrückt,muss man daher jetzt die Umsetzung von Stärke unter dem Einflussvon Diastase dahin definiren, dass aus der Stärke zwei reducirendeGruppen, C 6 Hi 2 0 6 , und zwei nicht reducirende Gruppen, C 6 H 10 O 5 , ent-stehen, von welchen eine der letzten mit den beiden reducirendenGruppen zu Maltose verbunden bleibt.

Vielleicht lässt sich daraus der Schluss ziehen, dass das Stärke-molecul wenigstens vier Mal die Gruppe C 6 H 10 O 5 enthält.

Mit der Bildung von Maltose und Dextrin ist die Wirkung derDiastase beendet, so dass eine vollständige Ueberführung in Zuckernicht stattfindet.

Wie kommt es nun aber, dass bei dem' Proeess der Spiritusfabri-kation das durch Malzdiastase beim Verzuckerungsprocess erhalteneGemisch von Maltose und Dextrin einer vollkommenen Vergährungin kurzer Zeit fähig ist, trotzdem das Dextrin zur Gährung sehr weniggeeignet ist? Zwar scheint es nach Barfoed’s Untersuchungen 1 ),dass das Dextrin möglicherweise einer directen Gährung durch Hefefähig ist; die von Barfoed beobachtete Vergährnngsfähigkeit desDextrins 2 ) war jedoch so gering, dass dieselbe lange nicht zur Erklä-rung der Verhältnisse der Gährungspraxis ausreicht. Es muss dahereine Nachwirkung der Diastase während der Gährung stattfinden, welche

B Barfoed, Journ. f. prakt. Chemie 1872, VI, 334.

2 ) In drei Wochen war von dem zur Gährung angesetzten Dextrin etwasmehr als */ 4 vergohren. Ich kann daher A. Mayer (Gährungschemie 27)nicht beistimmen, wenn er in der von Barfoed beobachteten, wie er selbstangiebt, geringfügigen Vergährbarkeit des Dextrins die „einfachste Lösungvon der Welt, der Drage“, dass im Brennereiprocess in kurzer Zeit diegenannte Dextrinmasse vergährt, finden will. Ich halte dem gegenüber dievon mir behauptete Nachwirkung der Diastase aufrecht.

c 6 H 12 o (

+ X II 2 0

CgHinO.

C 6 Hi 2 0 (

4 C 6 H 10 O ä + 2 H 2 0

CßHioOs -f- Gjs H34 O17

Stärke

Dextrin Maltose