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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Rübenzuckerfabrikation.

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geblieben und dürfte auch für kleinere Fabriken und für Rübenbrenne-reien sebr gute Dienste leisten. Nach Beendigung der Entfaserungverbleiben in den Cylindern der Diffusionsbatterie Schnitzel, in welchender ursprüngliche Saft durch Wasser (oder äusserst verdünnten Saft)ersetzt ist. Ihr Zuckergehalt beträgt durchschnittlich einige ZehntelProcent vom Gewicht der Schnitzel. Bei keinem Saftgewinnungs-verfabren hat man die zu erreichende Arbeitsgrenze so in der Hand,wie bei der Diffusion, bei keinem aber ist die wiederholte, häufige undgenaue Untersuchung der Rückstände auf ihren Zuckergehalt so unbe-dingt nothwendig. Die ausgelaugten Schnitzel haben einen hohenWerth als Viehfutter; von den vorliegenden zahlreichen Analysen seienhier nur die neueren Untersuchungen über die näheren Bestandtheileder Schnitzel und die Veränderung derselben beim Aufbewahren er-wähnt, welche Maercker J ) veröffentlichte. Eine genaue und seitdemmeist angewandte Methode der Zuckerbestimmung in den Schnitzelnveröffentlichte der Verfasser 2 ).

Schon in der ersten Zeit der Einführung des Diffusionsverfahrenshat man sich bemüht, die so sehr wasserreichen Rückstände durch Aus-pressen auf geringeres Volumen und Gewicht zurückzuführen, umTransport und Einmietung zu erleichtern. Nach mancherlei Versuchenfand die Scböttlerscbe Presse günstige Aufnahme und vielfache An-wendung, da sie den Anforderungen zum Theil entsprach. Sie istaber in den letzten Jahren vollständig durch die KlusemannschePresse verdrängt worden, welche alles leistet, was man für den Zweckverlangen kann. Sie drückt die Schnitzel durch einen sich verengern-den Raum, der an einer Seite eine durchlöcherte Wandung hat,wodurch der Saft abfliesst. Die Arbeit ist eine ununterbrochene.Man kann je nach der Stellung der Presse die Schnitzel auf die Hälfteihres Gewichtes oder auf etwas mehr oder weniger abpressen.

Endlich haben wir noch des Walkboffscben Verfahrens Er-wähnung zu thun, welches von Bobrinsky 3 ) beschrieben wurde; dadasselbe aber bisher fast allein nur in Russland und Polen zur Anwen-dung gelangte, während es in Deutschland dem Diffusionsverfahrengegenüber keine Ausbreitung fand, so können wir von einer eingehen-deren Besprechung hier absehen.

Zur Beurtheilung der durch die verschiedenen Verfahren erzieltenSaftausbeuten ist eine genaue Bestimmung des im Safte erzielten Zuckersin Vergleich mit dem in den Rüben in Arbeit genommenen nothwendig.Am sichersten wird dies durch häufige und genaue Untersuchungen derRückstände erreicht und so der Verlust bei der Saftgewinnung festge-stellt. Im weiteren Verlauf der Fabrikation finden noch weitere Saft-

bMaercker, J. f. Landw. 1871, Heft3; Zeitsehr. 1871, 621. 2 )Scheib-ler, Zeitsehr. 1869, 331. 3 ) Bobrinsky, Zeitsehr. 1864, 521.