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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Rübenzuckerfabrikation.

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baut und enthalten nur ein Rübenmagazin, eine Wage, eine Wäschemit Elevator, einen Packtisch mit Vor- und Hauptpressen, ferner Saft-und Wasserpumpen und eine Maschine mit ihrem Dampfkessel.

Es würde zu weit führen, wenn wir hier die Vorzüge und Nach-theile dieses Fabrikationssystems und den Einfluss würdigen wollten,welchen dessen Ausbreitung auf die Entwickelung der Industrie ausübenmuss, es mögen vielmehr die gegebenen Andeutungen um so mehr ge-nügen, als kaum vorauszusehen ist, dass dies System in DeutschlandNachahmung finden werde.

Das Diffusionsverfahren, welches in Frankreich und Belgienbis jetzt keinen Eingang gefunden hat, ist in Deutschland und Oester-reich in wenig Jahren von einer solchen Anzahl von Fabriken ange-nommen worden, und hat daselbst solche Veränderung in der Arbeits-weise bewirkt, wie etwas Aehnliches noch für kein anderes Verfahrenstattgefunden hat. Es ist aus der älteren Art der Auslaugung finger-dicker frischer Rübenschnitzel der sogenanntengrünen Macerationhervorgegangen und von dem Fabrikanten Robert in Seelowitz beiBrünn ausgebildet worden. Die erste Mittheilung über dies Verfahrenmachte Robert im Jahre 1865. Seither erschienen Berichte darübervon Anderen in grosser Zahl, und das Verfahren selbst erlitt vielfacheAbänderungen. Die erforderlichen Apparate sind wesentlich abgeän-dert und verbessert worden, so dass dieselben kaum noch etwas zuwünschen übrig lassen dürften.

Durch alle seit 1865 erschienenen Fachschriften sind Arbeitenüber die Diffusion zerstreut und fast alle Fachmänner haben sich andenselben betheiligt, so dass eine Aufzählung aller Arbeiten fast zurUnmöglichkeit wird.

Die Rüben werden für die Entsaftung durch Diffusion in Schnitzel,d. h. in schmale und möglichst dünne Streifen zerschnitten, und dannin eisernen geschlossenen mit den nöthigen Leitungen versehenenCylindern von 25 bis ÖOCtr. Inhalt der Diffusion, d. h. der Ausziehungdurch Austausch der Säfte verschiedener Dichten in mehreren Perioden,und während hinreichend langer Zeit unterworfen; dies geschieht, in-dem nach jedem einzelnen Zeitabschnitte die erzielten Säfte durch an-dere von immer geringerer Dichte, als die in den Zellen verbliebenenersetzt werden, was bis zum gewünschten Grade der Erschöpfung derSchnitzel fortgesetzt wird. Eine populäre Darstellung dieser Vorgängebei der Diffusion gab der Verfasser v ).

In der ersten Periode werden die Schnitzel so weit erwärmt, dassdadurch zwar der Saftaustritt befördert, die Saftbeschaffenheit abernicht beeinträchtigt wird. Ist der gewünschte Temperaturgrad einmal

*) Scheibler, Zeitschi'. 1866, 231.

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