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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Rübenzuckerfabrikation. 193

lieb solche, welche ganz ohne Tücher arbeiten und solche, welche nochein Tuch anwenden.

Von der ersten Art sind die von Champonnois 1 ), die vonLebee 2 ), die von Colette 3 ) und eine grosse Anzahl anderer, von derletzten Art die neuerdings sehr verbesserte von Poizot 4 ). Jene pres-sen sämmtlich den Brei zwischen hohlen "Walzen mit siebartiger, denSaft durchlassender Oberfläche; sie unterscheiden sich von einandernur durch die verschiedene Einrichtung und Gestaltung dieser letzteren.

Die Poizotsehe Presse dagegen enthält ein endloses Tuch, wel-ches den Rübenbrei zwischen einer Reihe voller Walzen hindurchführt,die unter steigendem Druck den Saft auspressen. Diese Walzen sindmit Gummi überzogen und bringen daher einen einige Zeit dauerndenDruck hervor; der elastische Walzenüberzug hat den Erfolg, dass diePressung jedesmal auf einer gewissen Flächenausdehnung zur Wirkungkommt. Aus diesen Ursachen scheint der Poizotschen Presse eingrosser Vorzug vor den nach dem. anderen Princip gebauten zuzukom-men, wogegen das bei derselben nöthige Tuch als ein grosser Uebel-stand zu betrachten ist. Indessen bewirkt auch eben dieses Tuch wie-der eine ungleich bessere und reinere Beschaffenheit des ausgepresstenSaftes. Die jetzige Einrichtung der Walzenpressen ist aus einer lang-jährigen Reihe von Versuchen hervorgegangen, welche noch fast unun-terbrochen fortdauern. Man ist durchaus nicht dazu gelangt, eineroder der anderen den unbedingten Vorzug vor den übrigen einzuräumen,und man wird dies auch allem Anscheine nach nicht in der nächstenZeit zu thun vermögen.

Macerationsverfahren, Schleuderverfahren. Diese beidenMethoden der Saftgewinnung haben in den letzten Jahren nur wenigeVerbesserungen erfahren, wesentlich ist nur, dass in Folge der allge-meiner gewordenen und für das erstere dieser Verfahren als unerläss-lich erkannten Entfaserung des Saftes feinerer Brei dargestellt undfolglich mehr Saft gewonnen Werden konnte. Das Macerationsverfahren(nach Schützenbach) ist in einigen Gegenden sehr verbreitet und hatmancherlei Vorzüge, das Schleuder- oder Centrifugalverfahren verliertaber mehr und mehr an Boden.

Die Entfaserung, d. h. die Entfernung der feinen Markfasern ausdem gewonnenen Rübensaft, ist als nothwendig erkannt und mit sicht-barem Erfolg in die Praxis eingeführt worden, seitdem der Verfasser 5 6 * )durch besondere Untersuchungen den Nachweis geführt hat, dass dieFasern bei der Behandlung mit Kalk in der Scheidung reichliche Men-gen Rübengummi (früher Metapectinsäure genannt) an den Saft abge-

*) Cliamponnois, Abgebildet und beschrieben in Stammers Lehrbuch

der Zuckerfabrikation, Braunschweig bei Fr. Vieweg u. Sohn, 200. 2 ) Lebee,

ebendas. 204. 8 ) Colette, ebendas. 207. 4 ) Poizot, ebendas. 208.

6 ) Sclieibler, Zeitschr. 1868, 159 u. 294; 1873, 288.

Wiener Weltausstellung. III. i. 2.

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