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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

herrschenden Modus der Besteuerung (Rübensteuer) und der Höhe derSteuer selbst, welche gegenwärtig 8 Sgr. pro Ctr. roher Rüben beträgt,also beinahe dem landwirthschaftlichen Productionswerthe der Rübengleichkommt, wird diese Kenntniss sogar eine gebieterische. DieseSteuererhebung von den rohen Rüben hat die Producenten genöthigt,von einer gegebenen Ackerfläche nicht allein ein Maximum an Zuckerin der Form eines Minimums an Rüben zu erzielen, sondern sie auchveranlasst, nur solche Rüben zu cultiviren, deren Säfte bei grossemZuckerreichthum einen kleinen Gehalt an die Verarbeitung erschweren-den fremden Stoffen (Nichtzucker) enthalten J ). Dieses Ziel ist erreichtworden durch eine sorgfältige Züchtung zuckerreichster Rübenvarietäten,welche den gegebenen klimatischen Verhältnissen richtig angepasstsind, durch eine rationelle Bodenbearbeitung (Tiefcultur), durch zweck-entsprechende Düngung, aufmerksame Pflege der Rüben während desWachsthums und durch geeignete Fruchtfolgen. Dieser Steuermodusist nun gleichzeitig auch die Triebfeder gewesen für das genaue Studiumder einzelnen Bestandtheile des Rübensaftes, denn da die Zuckerfabri-kation als die Kunst bezeichnet werden muss, den Rohrzucker des Saf-tes von den ihn begleitenden Nichtzuckerbestandtheilen zu trennen,so wurde es nöthig, die Eigenschaften und das Verhalten dieser Nicht-zuckerstoffe genau festzustellen. Die Folge davon ist, dass zur Zeitkein Saft einer Pflanze so vollständig und eingehend gekannt ist, wieder der Rüben, trotzdem hier noch Spielraum für zahlreiche Unter-suchungen und weitere Forschungen bleibt.

Die Zuckerrüben, d. h. die Wurzelkörper der Runkelrüben, beste-hen im Durchschnitte aus 96 p. C. Saft und 4 p. C. in Wasser unlös-lichen Stoffen, welche man als Mark bezeichnet. Der Saft enthältwechselnde Mengen Wasser, Zucker und andere gelöste theils anorga-nische, theils organische Stoffe (Nichtzucker), und zwar im grossenDurchschnitt ungefähr innerhalb folgender Grenzwerthe:

Wasser.84'5 bis 79 p. C.

Zucker und Nichtzucker . . 11'5 17

Mark. 40 4

100-0 bis 100 p. C.

Es kommen aber auch Rüben vor, welche weniger als 10, undandere, welche bis über 20 p. C. Zucker enthalten; erstere sind unterden deutschen Steuerverhältnissen nicht mehr der Verarbeitung würdig.

Ueber den gegenwärtigen Stand unserer Kenntnisse der Naturund Gruppirung der chemischen Bestandtheile der Zuckerrüben giebtdas nachstehende Schema eine gedrängte Uebersicht, zu welcher dieeinschlägige Literatur hier kurz aufgeführt werden soll.

B Ueber den Einfluss der Steuergesetzgebung auf die Zuckerfabrikationaus Rüben siehe auch Zeitschrift 1874-, 910 und 1875, 260.