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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

gniigen, unsere Leser auf einige werthvolle meist mit vortrefflichenAbbildungen versehene Beschreibungen von Fabriken und Monogra-phien über den gegenwärtigen Stand der Stärkeindustrie aufmerksamgemacht zu haben. Indem wir das, was die Literatur in dieser Rich-tung bietet, voranschicken, sollen daran anschliessend alsdann einigeweitere Mittheilungen in Betreff der Arbeitsmethoden, der Abfallpro-ducte und Dahingehöriges verzeichnet werden.

Eine von W. Jolitz in Frankreich construirte Maschine zur Fa-brikation von Stärke aus Kartoffeln beschreibt R. Schmidt 1 ).

Ein von Le Maiche verbessertes Verfahren der Stärkefabrika-tion, welches ein grösseres Ausbringen von Stärke erzielen soll, isteinem Berichte Moignos 2 ) zufolge in einer Stärkefabrik zu Luroy(Dep. Haute-Saöne) in Anwendung. Diese Verbesserung besteht ineinem neuen Verfahren beim Durchsieben des auf dem gewöhnlichenWege erhaltenen unreinen Stärkemehls. Nimmt man ein Sieb,dessen Maschen so eng sind, dass die Stärkekörnchen nicht hindurch-gehen können, so lagern sich diese auf dem Siebboden ab und das Sie-ben geht nur tropfenweise von statten, d. h. der Process ist in derFabrikpraxis unausführbar. Bringt man aber den Seiher oder das Siebmit dem zu reinigenden Stärkemehl in das Wasser selbst, anstatt dasdie Stärke enthaltende Wasser auf das Seihetuch laufen zu lassen, undertheilt dabei dem Siebe durch Schwenken und Schütteln des Randeseine geeignete Bewegung, so strömt das mit den Stärkekörnchen be-ladene Wasser nach oben und reisst diese letzteren mit sich fort, wäh-rend die fremden Substanzen auf dem Siebboden liegen bleiben.

In der Leipziger polytechnischen Gesellschaft hielt II. W. Wünsch-mann einen eingehenden Vortrag über Weizenstärkefabrikation, dereine vortreffliche Monographie über Stärkebereitung bildet und sich- inder Zeitschrift genannter Gesellschaft abgedruckt findet 3 ).

II. Fischer 4 ) hat eine sehr schätzenswerthe mit zahlreichen Ab-bildungen versehene Beschreibung der Kartoffelstärkefabrik zu Uetzebei Burgdorf geliefert, welche namentlich Arbeitsmaschinen bespricht,die bis dahin weder abgebildet noch deutlich beschrieben worden waren,auch im Uebrigen viele interessante Mittheilungen enthält.

Weiterhin hat M. Blumenwitz 5 ) eine ausführliche und vortreff-liche Beschreibung der Stärkefabrikation geliefert.

Ebenso finden sich in einer Schilderung von Gint-1 6 ) über Stärke-

J ) Schmidt, Dingl. pol. J. CLXXYII, 116. 2 ) Moigno, Dingl. pol.

J. CLXXXIV, 377; CLXXXV, 247; Pol. Centralbl. 1867, 814 und 1519;Pol. Notizbl. 1867, 268; Deutsch. Industrieztg. 1867, 225 u. 336. 3 ) Wünsch-

mann, Blätter f. Gewerbe, Technik u. Industrie 1869, 129. 4 ) Fischer,

Mittlieil. d. Gewerbevereins f. Hannover 1870, 66; Pol. Centralbl. 1870,1277; Wagn. Jaliresber. 1870, 371. 5 ) Blumenwitz, Uhlands Maschinen-

constructeur 1874, 173. 6 ) Gintl, Dingl. pol. J. CCXIY, 221.