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Gruppe III. Chemische Industrie.
suchenden Stärkemehls in einer mittelst Stöpsel verschliessbaren Flaschezusammenbringt, während 3 / 4 bis 1 Stunde wiederholt umschüttelt unddann durch ein trocknes Filter den Alkohol abfiltrirt, dessen Dichteman ermittelt. Eine entworfene Tabelle lässt dann die Wassergehaltedes Stärkemehls von 0 bis 65 p. C. aus der so gefundenen Alkoholdichteersehen. Auch hat Verfasser ein Aräometer angegeben, dessen man sichhierbei bedienen kann und auf dessen Scala man sogleich den in einemStärkemehl vorhandenen Wassergehalt ablesen kann. Der Fehler, denman nach diesem Verfahren begehen kann, beträgt ungefähr + 0’5 p. C.und ist dasselbe für Stärkemehle verschiedener Abstammung (Kartoffel-,Weizen-, Maisstärke) brauchbar.
Behufs maassanalytischer Bestimmung des Stärkemehls ist vonFaustner 1 ) ein dem bekannten Hallymeter ähnliches Instrument be-schrieben worden, in welchem man die aus den Kartoffeln gewonneneStärkemilch sich absetzen lässt, um an dem graduirten Theile des In-struments die Höhe der' abgesonderten Stärkeschicht abzulesen.
Von ähnlicher Einrichtung und zu gleichem Zwecke ist auch einApparat von Bloch 2 ) unter dem Namen Feciilometer beschrieben undvon L. Bondonneau 3 ) geprüft worden, der denselben als ein sehrwerthvolles Instrument bezeichnet und betreffs der Untersuchung vonStärke folgende Notizen gieht: Die häufigsten Ursachen von fehler-hafter Beschaffenheit der Kartoffelstärke sind folgende: 1. die Gäh-
rung; 2. Trocknen bei zu hoher Temperatur, wodurch Kleisterkörnerentstehen; 3. die Gegenwart von Cellulosetheilen oder Sand in Folgeeiner schlechten Fabrikation; 4. eine Verfälschung der Kartoffelstärkemit pulverisirtem Kartoffelmark. In den beiden ersten Fällen ist derbei der Anwendung des Fecülometers entstehende Fehler nicht erheb-lich und erreicht meist nicht 1 p. C. Aber in den beiden letzten Fäl-len kann die Differenz zwischen dem wirklichen und dem durch dasFecülometer gefundenen Stärkemehlgehalt bis 3 p.C. betragen, ohnedass irgend etwas andeutet, dass man es mit einem verfälschten Pro-duct zu thun hat.
Der Verfasser empfiehlt hiernach, bei der Prüfung einer gegebenenSorte von Kartoffelstärke zunächst folgendes Verfahren anzuwenden, wel-ches angiebt, ob bei derselben das Fecülometer angewendet werden kann,ohne Zweifel übrig zu lassen, oder ob man, um den Stärkemehlgehalt der-selben zu erfahren, zu dem langwierigeren, aber sichereren Verfahrender Ueberführun^ des Stärkemehls in Traubenzucker und Bestimmungdesselben mittelst Fehling’scher Kupferlösung seine Zuflucht nehmen
*) Faustner, Archiv d. Pharm. CLXVII, 276; Zeitschr. f. analyt.Cliem. 1864, 158. 2 ) Bloch, Dingl. pol. J. CCXI, 397; Pol. Centralbl.
1873, 1486. 3 ) Bondonneau, Dingl. pol. J. CCXIII, 172; Pol. Centralbl.
1874, 541.