Druckschrift 
3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
Seite
151
Einzelbild herunterladen
 

Pflanzenfaser.

151

amerikanischen Holzarten auf experimentellem Wege mit Nachahmungdes Watt & Burgessschen Processes auf die Ausbeute an Papierfaseruntersucht und folgende Resultate erhalten:

Hemlock-Kiefer .

. 45-0

Tanne

. . 32-

Wallnuss . .

. 42'

Mahagoni

. . 29-

Birke ....

. 40-

Kastanie .

. . 25-1

Tulpenbaum . .

. 37'

Zuckerahorn

. . 2P2

frisch

. 30-

Eiche . . .

. . 20*6

Gelbe Kiefer . .

. 36-5

Esche 7" .

. . 20'6

Buchsbaum

._ 33-6

Guajac . .

. . 15-8

Weisse Kiefer

. 33-2

Ebenholz

. . 14-5

Vergleicht man die Resultate dieser Versuche mit dem in der obenangeführten Tabelle gegebenen Cellulosegehalte der betreffenden Holz-arten , so wird ersichtlich, dass bei der Behandlung des Holzes mitNatronlauge unter erhöhter Temperatur und Druck ein verhältniss-mässig grosser Theil der Cellulose gelöst wird und so verloren geht.

Die Industrie der Bereitung von Papierfaser aus Holz und ähn-lichen Materialien auf chemischem Wege ist noch zu neu, um über denwirklichen Erfolg derselben ein sicheres Urtheil fällen zu können.Wenn einerseits die Möglichkeit nachgewiesen ist, dass auf diesem Wegeein in jeder Beziehung brauchbares Product erzeugt werden kann, soist doch andererseits nicht zu verkennen, dass die bis jetzt in Anwen-dung gekommenen Processe umständlich und schwierig in der Ausfüh-rung, auch in Betreff der Ausbeute noch Vieles zu wünschen übriglassen.

Vom theoretischen Standpunkte aus ist zu bedauern, dass jeneMethoden, welche auf der Anwendung von Oxydationsmitteln beruhen,der grossen Kosten und des Zeitaufwandes halber vorläufig wenigstensnicht rentabel gemacht werden können; denn es unterliegt keinemZweifel, dass der Process, welcher der quantitativen Bestimmung derCellulose zu Grunde liegt, wenn er im Grossen ausführbar wäre, so-wohl in Betreff der Quantität als der Qualität der resultirenden Faserein irngleich günstigeres Resultat liefern würde, als durch die jetztübliche Behandlung mit Alkalilauge erreichbar ist.

Vielleicht dass die weitere Vervollkommnung des DeaconschenChlorprocesses es später möglich macht, die Wirkung des Chlors auchin der angedeuteten Weise zu verwerthen.

Die Auszeichnungen für die verschiedenen in der Industrie ver-wertheten Pflanzenfasern sind unter Gruppe VTextil- und Beklei-dungs-Industrie und unter Gruppe XIPapier-Industrie vermerkt.