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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
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Gruppe III. Chemische Industrie.

In den meisten Fällen beschränkt sich bis jetzt unsere Kenntnissin dieser Richtung auf die Abstammung und Zubereitung und auf diedurch mikroskopische Untersuchungen erzielten Resultate; dass ein ein-gehenderes Studium besonders auch in chemischer Beziehung wünschens-werth ist, tritt immer mehr an den Tag, seitdem man die Erfahrunggemacht hat, dass diese Pflanzenfasern in ihren chemischen Eigen-schaften nicht unwesentlich von einander abweichen und daher ihreVerarbeitung verschiedenartige Behandlungsweisen erfordern, sowie, dassviele dieser ausländischen Rohfasern durch rationelle Cultur der Pflan-zen und besonders durch Verbesserung in der Zubereitung einen vielhöheren Werth erreichen können.

Die Anzahl der Pflanzen, welche nutzbare Fasern liefern können,ist eine aussserordentlich grosse und ist es ganz besonders die tropischePflanzenwelt, welche einen unerschöpflichen Reichthum birgt, der aberbis jetzt nur zum geringeren Theil ausgenutzt werden kann.

So wurde durch die Berichte von Roxburgh, Royle, Watson,Wiesner u. A. schon seit längerer Zeit die Aufmerksamkeit besondersauf die indischen Pflanzenfasern gelenkt und das Interesse, welches dieRegierung in Indien für die Erzeugung dieser Producte nimmt, lässterwarten, dass die Ausfuhr von dort mit der Zeit noch viel bedeuten-dere Dimensionen annehmen wird, als es selbst jetzt schon der Fall ist.

Von den Hunderten der verschiedenen Pflanzenfasern, welche inIndien und anderen tropischen Ländern schon seit den ältesten Zeitenim Gebrauch sind, wird aber bis jetzt nur eine verhältnissmässig ge-ringe Anzahl ausgeführt und liegt der Grund hierfür eines Theils inden noch uuzureichenden Verkehrsmitteln und anderen Theils in dermangelhaften Aufbereitung, durch welche das Product entwerthet unddaher der Export nicht lohnend genug gemacht wird.

Der immer noch beträchtlichen Transportkosten halber sind esdaher nur die werthvolleren Fasern der tropischen Gegenden, welchein der Textilindustrie und Schiffstaufabrikation Verwendung finden,die ihren Weg ins Ausland gefunden haben. Der Papierfabrikation,welche schon seit längerer Zeit an den besseren Rohmaterialien Mangelleidet, sind mit wenigen Ausnahmen diese reichen Quellen von Pflan-zenfaser noch unerschlossen geblieben. - *

Ihrer Nutzanwendung und der damit in Beziehung stehenden Er-zeugung nach gruppiren sich die Pflanzenfasern in vier verschiedeneClassen, welche durch entsprechende von einander unabhängige Indu-striezweige repräsentirt werden.

Die erste Classe begreift in sich die Baumwolle und ähnlicheSamenhaare, welche nur die Entfernung der Kapselschalen und derSamen erfordern, um als fertiges Rohmaterial aufzutreten.

Die zweite Classe umfasst die Production der fast ausschliesslichin der Seilerei Verwendung findenden starken fadenförmigen Rohfasern,