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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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VII. Ps3 r cliische Schwächezuständc.

an schwere stuporöse Erkrankungen an, aus denen er un-mittelbar liervorgelit. Dieser Uebergang markirt sich durcheinen Nachlass jener Spannung in Gesichtsausdruck undKörperhaltung, welche den Stupor begleitet. Der passiveWiderstand, den die Kranken so lange hei jedem Versucheeiner äusseren Einwirkung geleistet haben, verliert sich;die Züge werden schlaff, und es tritt ganz allmählich dasBild vollständiger Apathie an Stelle der früheren ängst-lichen Benommenheit. Ebenso entwickelt sich der apathischeBlödsinn aus der Dementia acuta heraus, von der er sichsymptomatisch durchaus gar nicht, sondern nur durch dieUnheilbarkeit unterscheidet. Die Annahme liegt hier nahe,dass anfänglich vielleicht nur funktionelle Störungen all-mählich zu dauernden und nicht mehr besserungsfähigenVeränderungen in den nervösen Centralorganen führen.Ferner kommt der apathische Blödsinn auch nach schweren,lange dauernden Manien und als letztes Stadium der sekun-dären Verrücktheit zur Beobachtung; man sieht hier natür-lich alle möglichen Zwischenstufen. Im Ganzen ist die Kennt-niss dieser Formen wegen des geringen praktischen Inter-esses, welches sie bieten, noch in vieler Beziehung unzu-länglich ; namentlich der Entwicklungsgang, der sie aus denPrimärzuständen in die Krankheitsbilder völliger geistigerVernichtung hinüberführt, ist in seinen Einzelheiten undVerschiedenheiten sehr wenig studirt worden.

Als die Grundlage des sekundären Schwachsinnes undBlödsinnes hat man ohne Zweifel schwere Funktions-beeinträchtigungen der Hirnrinde zu betrachten.Nicht selten finden dieselben ihren greifbaren Ausdruck ineiner nachweisbaren Atrophie des Gehirns (z. B. nachTyphus). Sehr häufig jedoch rechtfertigt der Leichen-befund nach dem heutigen Stande unseres Wissens dasklinische Bild durchaus gar nicht, so dass wir an Ver-änderungen der Nervenmasse denken müssen, deren Nach-weis unseren bisherigen Hülfsmitteln noch unmöglich ist.

Den sekundären Schwächezuständen gehört der beiweitem grösste Theil der Bewohner unserer Irrenanstalten an;sie sind lediglich Objekt der Pflege und zwar einer oftmalsrecht mühseligen und wenig lohnenden. Auch Lei ihnen