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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Entwickhmgsanomalien.

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einen, Rücksichtslosigkeit- und Vielgeschäftigkeit nach derandern Seite hin sind die praktischen Aeusserungen diesesV erlialtens.

Auch hier ist nur die Erkennung der ausgehildeterenFormen leicht; auf dem Ueb er gangsgebiete wird die scharfeAbgrenzung des Normalen vom Pathologischen vielfachgänzlich unmöglich. Dahin gehören jene schwachen undoberflächlichen, leichtgläubigen Naturen, die von Vielemetwas und nichts gründlich lernen, die alles Neue mitEnthusiasmus ergreifen, ohne irgend etwas zu Ende zuführen. Ein geringfügiger Anstoss, eine auftauchende Idee,ein schlechter oder guter Rath genügt, um sie, die jederVerführung widerstandslos zugänglich sind, zu leichtsinnigen,unüberlegten, ja schlechten Streichen und Excessen allerArt liinzureissen. So führen sie, sich seihst überlassen, einwechselreiches Dasein in steten Konflikten mit sich seihstund ihrer Umgebung, oft abenteuerlich, phantastisch undromanhaft, voller Unbegreiflichkeiten und Inkonsequenzen.

Gerade diese letztgeschilderten Formen der Schwäche-zustände, deren Grundzug eine Verminderung der Wicler-staudfähigkeit auf allen Gebieten des psychischen Lehensdarstellt, sind es vornehmlich, welche wir als die Basis derpsychopathischen Prädisposition zu betrachten ha-ben, soweit sie nicht schon direkt in den Bereich desKrankhaften hineingehören. Auf dieser Basis entwickeltsich nicht selten die originäre Verrücktheit, dann nament-lich auch das periodische und cyklisclie Irresein. Endlichaber sieht man gerade hei derartig prädisponirten Indivi-duen bisweilen eine eigenartige krankhafte Konstitution derpsychischen Persönlichkeit hervortreten, die sich unter keinesder sonstigen psychiatrischen Krankheitsbilder unterordnenlässt, sondern höchst wahrscheinlich, wie die meisten der hierbehandelten Zustände, auf eine originäre Störung in der Ge-sammtanlage des Kranken zurückgeführt werden muss. Nachdem hervorstechendsten Symptome hat man diese Zuständealskonträre Sexualempfindung*) bezeichnet. Der

*) Westplial, Archiv f. Psychiatrie II, p. 73; v. Krafft-Ebing, ibid. VII, p. 291; Allgem. Zeitschr. f. Psychiatrie XXXVIII.