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Y. Primäre Verrücktheit.
licli grosse Vorzüge. Ruhige, ungefährliche chronisch Ver-rückte aber passen, wo die Verhältnisse einigermaassengünstig sind und eine gewisse Ueberwachung gestatten, imGanzen besser für die häusliche Verpflegung, in der siesich erfahrungsgemäss wohler befinden und besser konser-viren, als in der Anstalt.
Die Wahnideen der Kranken sollen weder bestätigt,noch auch zu eifrig dialektisch bekämpft werden. Es ge-nügt, dieselben stets mit Ruhe als krankhaft zu bezeichnenund gelegentlich auf die Widersprüche derselben mit dergesunden Erfahrung hinzuweisen. Weit wichtiger ist dieAblenkung der Aufmerksamkeit durch fernliegende Ge-spräche, Geselligkeit, Spiel, Anregung gesunder Interessendurch Lektüre und Beschäftigung im Sinne des früherenLehensberufes. So können Verrückte, wenn auch, nichtgesund, so doch vielfach recht brauchbare und auch zufrie-dene Mitglieder des Anstaltsorganismus werden. Beschäf-tigungslosigkeit, längere Isolirung begünstigt die Ausbildungder Wahnideen und der Verblödung. Die Sinnestäu-schungen sind keiner besonderen Behandlung zugänglich;die Elektrotherapie des Acusticus leistet dagegen in derRegel nichts. Von sonstigen Symptomen fordert nament-lich die Masturbation und die bisweilen äusserst hart-näckige Nahrungsverweigerung zum Einschreiten auf;erstere wird mit Bromkalium, Hydrotherapie, Galvanisationdes Rückenmarkes und durch gute Ueberwachung bekämpft,letztere führt nicht selten zu lange dauernder Sondenfütterung.