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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Erotische Verrücktheit.

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vermag auch durch eine Willensanstrengung oder durchdieinnere Sprache ihm seine eigenen Gedanken auf sym-pathischem Wege mitzutlieilen. In andern Fällen macht erVersuche einer Annäherung durch Briefe oder persönlicheInterpellation, die natürlich sehr bald seine Verbringungin die Anstalt zur Folge zu haben pflegen. Allein dieschroffen Abweisungen vermögen keineswegs seine Ueber-zeugung zu erschüttern; er führt sie ausschliesslich auf dieNothwendigkeit einer Geheimhaltung der intimen Bezie-hungen zurück und findet auch bald genug Andeutungenund Winke, die ihn in dieser Ansicht bestärken, ihn zumAusharren ermutliigen und ihn vertrauensvoll der Zukunftentgegensehen lassen, wenn auch augenblicklich noch dieVerwandten, die Verhältnisse eine volle Erfüllung seinerWünsche nicht gestatten.

Nur die hauptsächlichsten, typischen Züge der ver-schiedenen Krankheitsbilder sind im Vorstehenden ange-deutet worden; die Ausbildung derselben im Einzelnenzeigt eine sehr grosse Mannigfaltigkeit je nach der Indi-vidualität, dem Bildungsgrade, den Lebensschicksalen desKranken. Die Psychose entwickelt sich ja hier aus derTiefe der Persönlichkeit heraus, auf Grund einer abnormenReaktionsweise derselben gegenüber den Eindrücken derAussenwelt. Aus diesem Grunde fehlen hier so gut wie voll-ständig die körperlichen Begleitsymptome, welche die Mit-leidenschaft des ganzen Organismus bei anderen psychischenErkrankungen anzukündigen pflegen; nur vorübergehend,namentlich bei rascher Entwicklung der Störung und demAuftreten von Affekten, kommen Schlaflosigkeit, Appetit-mangel, Pulsveränderungen u. s. f. zur Beobachtung.. Nichtselten verliert die primäre Verrücktheit ganz den Charaktereines krankhaften Processes und erscheint (besonders in deroriginären Form) lediglich als ein stabiler, abnormer Zu-stand, der als solcher keine, weiteren Veränderungen er-fährt, sondern nur dem Gesammtresultate der psychischenLeistungen sein eigenthümliches Gepräge verleiht. Woausgebildete Gehörshallucinationen bestehen, namentlichohne Betheiligung der übrigen Sinne (nicht eentrifugaleEntstehung), lassen sich nicht selten Anomalien in der

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