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V. Primäre Verrücktheit.
cinatorische Wahrnehmung den allertiefsten, überwältigend-sten Eindruck und lässt unmittelbar die feste üeberzeugungin ihm entstehen, nicht nur, dass jene Worte wirklich ge-sprochen seien, sondern dass sie auch die thatsiichlicheWahrheit enthalten.
Die Quelle der Wahnideen des Verrückten ist somitgemeiniglich eine viel tiefere, als die Sinnestäuschungen,auf welche die Kranken selbst häufig genug dieselben zu-rückzuführen pflegen, da sie sich der eingreifenden Um-wandlung ihrer ganzen psychischen Persönlichkeit nichtbewusst geworden sind, welche erst sich vollziehen musste,bevor die Trugwahrnehmungen überhaupt ihre Wirkungentfalten konnten. In der Tliat begegnen wir auch vielenVerrückten, bei denen niemals eigentliche Sinnestäuschungenvorhanden waren. Man darf sich bei der Entscheidungdieser Frage nicht durch die Apperceptionsliallucinationenund -Illusionen beirren lassen, die von den Kranken nichtselten mit ähnlichen Ausdrücken beschrieben werden, beigenauerem Examen sich aber fast immer von wirklichen,sinnlichen Trugwahrnehmungen unterscheiden lassen. Da-hin gehören die „inneren“ Stimmen, die „Gedankensprache“,das „Telegraphiren“, viele Visionen u. s. £, Vorgänge, dienicht selten von den Kranken mit neu erfundenen phan-tastischen Kamen belegt werden. Sie stehen immer inallerunmittelbarster Beziehung zu dem Gedankengange, bis-weilen sogar unter dem Willenseinflusse des Patienten undwerden von ihm unter strenger Abscheidung von den ge-wöhnlichen Sinneswahrnehmungen in der Kegel auf mystischeFernewirkungen, geheimnisvollen, magnetischen Rapport,göttliche Inspiration u. dergl. zurückgeführt. Natürlichdeutet eine derartige Verwerthung schon auf eine weit vor-geschrittene Kritiklosigkeit und Befangenheit des Krankenin seiner verrückten Weltauffassung hin.
Diese apperceptiven „Trugwahrnehmungen“, wieman sie kaum mehr nennen kann, bilden gewissermaasseneine Uebergangsstufe von den Sinnestäuschungen zu denPrimordialdelirien. Wir finden an sie wenigstens regel-mässig noch die Vorstellung eines äusseren, wenn auch nichtmehr einfach sinnlichen, Ursprunges geknüpft, während