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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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IV. Periodische Geistesstörungen.

Anfälle mit einander nach Symptomen und Verlauf, daherauch in den Intervallen stets die Anzeichen leichterer oderausgeprägterer Schwäche im Bereiche des Verstandes oderim Gefühlsleben, daher endlich auch die Ohnmächtigkeitder therapeutischen Versuche, die ungünstige Prognosedieser Psychosen, die eben in der Gesammtkonstitution desErkrankten ihre unausrottbare Wurzel haben.

Die allgemeine Annahme geht dahin, dass die perio-dischen Geistesstörungen durchweg auf prädisponirtem Bodenzu Stande kommen, sei derselbe durch Erblichkeit, Bildungs-anomalien oder weiter durch Excesse, Traumata, schwereKrankheiten und ähnliche schwächende Momente hervor-gebracht. Wenn sich trotzdem einzelne Fälle finden,in denen sich eine derartige Prädisposition nicht nach-weisen lässt, so deutet doch der ganze klinische Entwick-lungsgang dieser Psychosen wenigstens darauf hin, dasssich hier eine tiefgreifende krankhafte Veränderung voll-zieht, die allerdings auch als das Resultat eines auf ur-sprünglich gesundem Boden sich entwickelnden pathologi-schen Processes gedacht werden kann. Der symptomatischenForm nach lassen sich hauptsächlich drei Krankheitsbilderauseinanderhalten, die periodische Manie, die perio-dische Melancholie und das cyklische oder cirku-läre Irresein.

A. Die periodische Manie.

Die Anfälle der periodischen Manie schliessen sichin symptomatischer Hinsicht den sonstigen maniakalischenKrankheitsbildern durchaus an. Die Entwicklung derselbenist häufig eine rasche, im Laufe von wenigen Stunden oderTagen sich vollziehende. Bisweilen, wie es scheint, nament-lich bei den ersten Anfällen, wird ein kurzes melancho-lisches Vorstadium, deprimirte gereizte Stimmung,Schlaflosigkeit, Schweigsamkeit u. s. w. beobachtet; nichtselten gehen einzelne auraartige, sehr mannigfaltige Sym-ptome, Kopfschmerzen, neuralgische Beschwerden, abnormeSensationen dem Ausbruche des Anfalles vorher. Mit dem