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II. T )ämmerzustände.
Spannung, die der ohnmächtige Wille nicht zu durch-brechen im Stande ist. Es scheint, dass man vielleichtdiesen Zustand in eine gewisse Parallele zu jener vorüber-gehenden Verwirrung und Lähmung aller psychischen Funk-tionen setzen kann, die schon normaler Weise den Angst-affekt in seinen höchsten Graden begleitet. Auch dortbegegnen wir der undeutlichen, schattenhaften, wenigstensdurch Illusionen verfälschten Auffassung der Aussenweltund der Unfähigkeit zu irgend welchem momentanen Han-deln, aber die ganze Störung ist immer nur von sehr kurzerDauer, während sie hier zum permanenten psychischen Zu-stande geworden ist.
Der Gesichtsausdruck ist starr, gespannt, die Augensind auf einen Punkt gerichtet, die gesummte Muskulaturzeigt einen gewissen Grad von Spannung, der sich raschausserordentlich steigert, sobald der Versuch gemacht wird,irgend eine Veränderung mit dem Kranken vorzunehmen.In anderen seltneren Fällen sind die Glieder schlaff, oderaber sie bieten einen geringen, leicht zu überwindendenWiderstand dar und nehmen dann jede Stellung an, dieman ihnen giebt. Diesen Zustand der Muskulatur bezeichnetman als wächserne Biegsamkeit (flexibilitas cerea) unddas ganze klinische Bild als Starrsucht (Katalepsie).Die einzelnen Theile des Körpers verharren dabei unbeweg-lich in der einmal eingenommenen Position, bis sie all-mählich, der Schwere nachgebend, herabsinken. Wahrschein-lich handelt es sich dabei um einen ziemlich gleiclimässigen,dauernden Tonus aller Muskeln bei gleichzeitigem Mangeldes Ermüdungsgefühles. Der Kranke steht gewöhnlich denganzen Tag auf einer Stelle, ohne ein Wort zu sprechenoder auf eine Anrede zu reagiren; nur der meist nochintelligente Gesichtsausdruck zeugt für die Fortdauer psy-chischer Vorgänge. In der Kegel halten sich die Krankenmit vereinzelten Ausnahmen rein, lassen sich aber sehrschwer zur Nahrungsaufnahme, zum Schlafengehen, zur Be-wegung im Freien u. dergl. bringen, so dass hier oft zudem Hülfsmittel des Zwanges gegriffen werden muss. Bis-weilen kommt es bei derartigen Patienten, namentlich, wennman sehr stark in sie dringt und so die Angst steigert,