Schlaftrunkenheit; epilopt. u. hyster. Dämmerzustände. 215
führten ätiologischen und therapeutischen Momente Berück-sichtigung. Meist stehen übrigens solche Vorkommnisse alsganz vereinzelte, sich selten oder nie wiederholende Zu-fälle da, die keiner eigentlichen Behandlung zugänglichsind; ihre Kenntnis» ist hauptsächlich wegen ihres forensi-schen Interesses nothwendig.
B. Epileptische und hysterische Dämmerzustände.
Ein unzweifelhaft pathologisches Gebiet betreten wirmit der Betrachtung derjenigen Dämmerzustände, die nichtnur während des Schlafes eintreten, sondern auch daswache Leben plötzlich auf kürzere oder längere Zeitunterbrechen können. Die Erfahrung hat gezeigt, dassdiese Bewusstseinsalterationen in einem allerdings nichtsweniger als klar verständlichen Zusammenhänge mit ge-wissen allgemeinen Neurosen, der Epilepsie und Hysterie,stehen. Beide besitzen die gemeinsame Eigenthümlichkeit,dass sie in mehr oder weniger regelmässigen Intervallenzur Auslösung von Krampfanfällen führen, welche mit einerBewusstseinsstörung einhergehen. Während dieser An-fälle scheint das Bewusstsein bei Epileptikern vollständig,bei Hysterischen wenigstens theilweise aufgehoben zu sein.Die Apperception äusserer Eindrücke und der Vorstellungs-verlauf stocken, und an Stelle der Willenshandlungen tretenautomatische, unwillkürliche Muskelkontraktionen (tonischeund klonische Krämpfe). Bekanntlich aber können dieseKrampfbewegungen in dem Bilde des epileptischen An-falles auch vollkommen fehlen, so dass einzig die Bewusst-seinsstörung den wesentlichsten Zug desselben ausmacht(psychische Epilepsie). Uebergangsformen bilden jeneFälle, in denen sich der Krampf nur durch ein leichtesVerdrehen der Augen, rasch vorübergehende starre Haltunggerade noch andeutet. Die einfachsten Erscheinungen derpsychischen Epilepsie sind leichte Schwindelanfälle,Schlafparoxysmen oder momentane Bewusstlosig-keit (Eklipsis, absence). Im letzteren Falle bricht derKranke vielleicht plötzlich in seiner Beschäftigung, in der