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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Hypnotismus; Sonnambulismus.

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zahllose in uns aufsteigende Impulse schon im Entstehenzu unterdrücken und nur diejenigen zu voller Stärke an-waclisen zu lassen, welche unserenZwecken dienen, isthier vorübergehend verloren gegangen, so dass die blosseVorstellung einer Handlung, wenn sie mit einer gewissenIntensität ins Bewusstsein tritt, schon genügt, um dieseletztere selbst auszulösen. Daraus erklärt sich die zwin-gende Macht, welche hier der Nachahmungstrieb über denWillen erlangt und die Leichtigkeit, mit der es gelingt,durch die blosse Aufforderung eine beliebige Handlungbeim Hypnotisirten hervorzurufen (Befehlsautomatie).Nach dem Erwachen besteht meist keine Erinnerung .andas Vorgefallene, doch kann dieselbe gewöhnlich durchäussere Nachhülfe, auf associativem Wege, wieder hervor-gerufen werden.

Für die eigentliche Psychiatrie hat der Hypnotismusbisher wesentlich ein theoretisches Interesse, weil das Stu-dium seiner Erscheinungen sicherlich über manche psycho-pathische Vorgänge Licht zu verbreiten im Stande ist.Bemerkenswerth erscheint nur, dass bei Individuen, diehäufig als Objekt hypnotischer Versuche gedient haben,sich bisweilen jene Bewusstseinsstörung auch spontan ein-zustellen pflegt, eine dringende Mahnung, das angegriffeneund iibererreglich gewordene Nervensystem zur Buhe kommenzu lassen. Hier ist es dann manchmal schwierig, den Alte-rationszustand zu beseitigen, was sonst bekanntlich durchjeden stärkeren Beiz, namentlich durch Anblasen, leichtgelingt. Da jedoch erfahrungsgemäss die hypnotische Be-wusstseinsstörung, wenn kein Erwecken stattfindet, allmäh-lich von selbst in den gewöhnlichen Schlaf übergeht, so isthier ein ärztliches Eingreifen nicht nothwendig.

Sonnambulismus. In mancher Beziehung mit demHypnotismus verwandt, aber durchaus nicht mit ihm zuidentificiren, ist das Nachtwandeln, der Sonnambulis-mus. # ) Es handelt sich dabei um Zustände des Tief-schlafs mit theilweise erhaltenem Bewusstsein. Vom ge-

*) Spitta, Die Schlaf- und Traumzustände der menschlichenSeele, 2. Auflage, 1882.

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