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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Psych. Behandlung; Behandl. einzelner Symptome. 179

unter Umständen von einer wirklich kausalen Behandlungdie Rede sein, auf deren Einzelheiten wir hier natürlichnicht einzugehen haben. Dagegen ist es von Wichtigkeit,noch die Therapie einzelner bei verschiedenen Formendes Irreseins wiederkehrender Symptome einer kurzenBesprechung zu unterziehen, weil dieselbe häufig eineganz ausserordentliche praktische Bedeutung in Anspruchnimmt.

Zunächst haben wir dabei der psychischen Er-regung zu gedenken, deren spezielle Behandlung nament-lich dann notliwendig wird, wenn der Affekt den Schlafbeeinträchtigt oder gänzlich aufhebt und somit eine Er-schöpfung des Kranken herbeizuführen droht. Ist es dieAngst, welche die Situation beherrscht, so passt vor Allemdas Opium und Morphium, besonders wo Parästliesien,Neuralgien u. dergl. bestehen. Muss bei unruhigen Krankenum jeden Preis Ruhe und Schlaf erzielt werden, so thutdas Cliloralhydrat, eventuell das Paraldehyd gute Dienste;im äussersten Nothfalle wird man zum Chloroform seineZuflucht nehmen. Bromkalium eignet sich mehr fürner-vöse Reizbarkeit und Schlaflosigkeit (namentlich bei Neur-astlienischen). Bei sehr dekrepiden Personen sieht manwomöglich von einer Medikation überhaupt ab und suchtdurch Bettlagerung, liydropathische Entwicklungen (2 bis3 Stunden), auch durch grössere Gaben Alkohol (schwererWein oder 12 Liter Bier) eine Beruhigung zu erzielen.Anzeichen liyperämischer Zustände des Gehirns dagegenlassen die Anwendung des Eisbeutels oder kalter Beriese-lungen, eventuell im lauen, verlängerten Bade, zweckmässigerscheinen. Ist endlich die Erregung hauptsächlich dieFolge von äusseren Einwirkungen auf ein abnorm reizbaresCentralorgan, so hilft oft schon die Versetzung in eineandere Umgebung, schlimmstenfalls eine vorübergehendeIsolirung; in leichteren Fällen kommt man vielleicht mitder einfachen Ablenkung der Aufmerksamkeit auf eine neueinteressante Beschäftigung, ja unter Umständen mit einemscherzhaften Worte, der Gewährung einer kleinen Ver-günstigung über drohende Paroxysmen hinweg. Sehr wichtigist es für Arzt und Pflegepersonal, derartige Kranke genau

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