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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Diagnose der Dissimulation.

und wissen iln'e auffallenden Handlungen so ungezwungenund sclilau zu motiviren, dass es recht schwierig wird, diepathologischen Züge klar zu erfassen. Unerfahrene, nament-lich Personen aus der Umgebung des Kranken, lassen sichdaher oft vollständig von ihnen täuschen. Da solche Krankenicht selten recht gefährlich sind, ist äusserste Vorsichthei der Beurtheilung derselben geboten; das Benehmen inder Freiheit pflegt allerdings sehr bald die Sachlage fest-zustellen.

Besonders sei hier schliesslich noch auf die Dissimu-lation besonnener selbstmordsüchtiger Melancholiker hin-gewiesen, die bisweilen mit grösstem Raffinement ihrekrankhaften Ideen und Gefühle zu verbergen, Besserungund heitere Stimmung zu simuliren wissen, um den stillenVorsatz des Selbstmordes bei weniger sorgfältiger Ueber-wacliung zur Ausführung bringen zu können. Nur die ge-naueste Vertrautheit mit dieser höchst beaclitenswerthenGefahr und unausgesetzte Wachsamkeit kann hier vor bitte-ren Erfahrungen schützen.