Tod; Dauer des Irreseins.
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Namentlich die Phthise erreicht in Irrenanstalten einenenorm hohen Prozentsatz. Das kasernenhafte Leben, diehäufig bestehende Ueberfiillung, endlich die Apathie sovieler Kranker und die damit verknüpfte Herabsetzung derAthmungs- und Kreislaufsthätigkeit sind wol in ersterLinie für dieses Verhalten verantwortlich zu machen; obsonst noch in den Störungen des Hirnlehens als solchengerade Momente liegen, welche eine besondere Dispositionzu diesen oder jenen körperlichen Erkrankungen („auf tro-phoneurotischem Wege“) setzen, dürfte recht zweifelhaftsein. Jedenfalls ist die Gesaimntkonstitution und dieLebensweise der Kranken von weit erheblicherer Bedeutung.
C. Dauer des Irreseins.
Die Dauer psychischer Störungen bietet sehrweitgehende Verschiedenheiten dar. Wo die Psychose ihreEntstehungsbedingungen im Individuum selbst besitzt, dadauert sie das ganze Leben hindurch; je mehr sie dagegenvon äusseren Kausalmomenten abhängig ist und je rascherund vorübergehender die Wirkung derselben ausfällt, destokürzer ist die Dauer der Alienation. Fieberdelirien, patho-logische Rauschzustände, Angstanfälle während des Gebarenskönnen nach wenigen Tagen, Stunden, ja Minuten schonwieder verschwinden. Aber auch bei neuropathisclien Indi-viduen, bei Epileptikern, Hysterischen werden „Anfälle“von psychischer Störung beobachtet, die nur eine äusserstkurze Dauer aufzuweisen haben. Hier ist jedoch, wie schonfrüher ausgeführt, zu beachten, dass dieselben gewisser-massen nur vorübergehende Verschlimmerungen eines ansich schon abnormen, lange dauernden Zustandes darstellen,wenn derselbe auch gewöhnlich nicht in eklatanten psychi-schen Symptomen hervortritt. Im Allgemeinen zeigen diePsychosen trotz der genannten Ausnahmefälle eine beträcht-lich längere Dauer, als durchschnittlich körperliche Krank-heiten, so dass hier die Abgrenzung der akuten und chro-nischen Formen nach einem andern Maassstabe zu geschehenpflegt. Selbst bei frischen Erkrankungen zieht sich der
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