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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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II. Allgemeine Symptomatologie.

hindert fühlen. Ein ganz oder nahezu normales Paradigmader Erschwerung der Apperception bietet die einfache Er-müdung dar, die Unfähigkeit, unsere Aufmerksamkeit aufirgend einen Vorgang der Aussenwelt zu koncentriren. Imzweiten (Lälmiungs-) Stadium der akuten Alkoholvergiftungist diese Erschwerung der Auffassung äusserer Eindrückedas hervorstechendste psychologische Symptom.

Störungen der aktiven Apperception. Für die in-haltliche Gestaltung der individuellen Erfahrung ist endlichdie Fähigkeit einer Beeinflussung des Wahrnehmungs-vorganges durch den Willen von der allergrössten Be-deutung. Ohne diese Fähigkeit würden ja nur gerade diejedesmal intensivsten Beize der Aussenwelt, ganz abgesehenvon ihrem inneren Zusammenhänge, in ihrer zufälligen zeit-lichen Folge ins Bewusstsein gelangen. Die Möglichkeiteiner willkürlichen Direktion der Aufmerksamkeit dagegengestattet eine überaus mannigfaltige Variation des Scliwellen-werthes, so dass wir im gleichen Augenblicke sehr intensiveBeize völlig zu ignoriren im Stande sind, wo wir die mi-nutiösesten Veränderungen irgend eines Objektes mit dergrössten Schärfe auffassen.

Es liegt auf der Hand, dass jede beträchtlichere Störungdes Apperceptionsvorganges überhaupt, wie sie mit Trübungdes Bewusstseins einhergeht, auch die Möglichkeit eineraktiven Direktion der Aufmerksamkeit gleichzeitig auf dasempfindlichste beeinträchtigen muss. Ausserdem giebt esaber auch Zustände, in welchen gerade die Auffassungäusserer Eindrücke so sehr erleichtert ist, dass eben da-durch die Herrschaft des Willens über die Apiperceptionaufgehoben wird. Die leichtesten Grade dieser Störungfinden wir in manchen Formen der „Zerstreutheit“ gegeben.Wo jeder neue Eindruck sofort mit einer gewissen In-tensität sich in das Bewusstsein drängt, kann keine Aus-wahl zwischen den einzelnen Wahrnehmungen mehr statt-finden; die Aufmerksamkeit wird beständig wieder von demerfassten Gegenstände abgelenkt und liefert so für die Er-fahrung ein unzusammenhängendes, vom Zufall zusammen-gewürfeltes Sinnesmaterial, ohne jenes einheitliche innereBand, welches die einzelnen Beobachtungen nach bestimmten