Trübungen dos Bewusstseins.
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Willensimpulse, kurz psychische Vorgänge, sich im Innerndes Kranken abspielen, in denen aber die klare Auffassungder Aussenwelt und der eigenen Persönlichkeit, das „Selbst-bewusstsein“ in erheblicherem Masse gestört ist. DieKlarheit des Bewusstseins ist abhängig von der Thätig-keit der Apperception, d. li. von der Erfassung deräusseren und inneren Eindrücke durch die Auf-merksamkeit, ähnlich wie die Deutlichkeit des Sehens be-dingt wird durch die Fixirung eines Gegenstandes im Blick-punkte des Gesichtsfeldes. Alle Störungen der Apperceptionbeeinträchtigen daher die Klarheit der Auffassung äussererund innerer Vorgänge in höherem oder geringerem Gradeund führen eine „Trübung“ des Bewusstseins, einen „Dämmer-zustand“ desselben herbei, der alle Gebiete des psychischenLebens in Mitleidenschaft zieht.
In den höchsten Graden dieser Bewusstseinsstörung be-steht der gesammte Wahrnehmungsinhalt nur aus einemverworrenen Gemisch unklarer Vorstellungen und dunklerGefühle, in welchem keine deutliche Auffassung, keine Ord-nung und Gruppirung möglich ist. Derartige Zustände habenwir höchst wahrscheinlich vorauszusetzen bei den schwererenpsychischen Entwicklungshemmungen der Idiotie, ferner imStupor, sowie in den tieferen Blödsinnsformen, namentlichdem apathischen. Natürlich finden sich zahlreiche Ab-stufungen, die uns von den ausgeprägtesten Krankheits-bildern allmählich in Zustände hinüberführen, welche, imBereiche des Normalen liegend, nur noch Andeutungen jenerelementaren Störung darbieten.
Ein naheliegendes Beispiel liefern die Erscheinungendes Traumes. Die Apperception äusserer Reize ist hierbeträchtlich erschwert; erst nach längerer Einwirkung oderbei grösserer Intensität machen sie sich, Anfangs undeut-lich und verschwommen, allmählich distinkter und energischer,im Bewusstseinsinhalte geltend. Dagegen geht die Apper-ception der wechselnden Vorstellungen in lebhafter Weisevor sich, aber sie ist fast gänzlich vom Willen unab-hängig, wie wir am eklatantesten dann erfahren, wenn wiruns durch die Erlebnisse des Traumes fortwährend auf dasPeinlichste in der Ausführung irgend einer Absicht be-