Sinnestäuschungen.
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stärkeren oder schwächeren Miterregung der Sinnesflächenam ungezwungensten erklären lassen würde. Möglich, dasssogar heim gewöhnlichen Denken diese centrifugale Beizung,die „Keperception“, wie Kahlbaum sie genannt hat, insehr geringer Intensität immer stattfindet und dass erst dann,wenn dieser Vorgang eine pathologische Ausdehnung gewinntoder wenn die Sinnesflächen sich in einem Zustande erhöhterErregbarkeit befinden, die Lebhaftigkeit der Reproduktionderjenigen der sinnlichen Wahrnehmung sich annuliert. Eswürde somit gewissermassen ein bestimmtes Verhältniszwischen der Intensität der Reperception und der Reizbar-keit der Sinnesflächen bestehen: Je grösser die Reizbarkeitdieser letzteren, desto leichter würden die Erinnerungsbilderden Charakter der sinnlichen Deutlichkeit erhalten, destoschwächer brauchte die centrifugale Erregungswelle zu sein,um dieselben auszulösen und desto unabhängiger würden sievom Vorstellungsverlaufe sein. Der extreme Fall wäre inden früher besprochenen, auf autoclithonen Reizungsvor-gängen beruhenden Perceptionshallucinationen realisirt, diedem Subjekte ganz fremdartig, als etwas von aussen sichAufdrängendes, gegenüberstehen.
Auf der andern Seite giebt es zahlreiche Fälle, indenen es sich gar nicht um eigentliche Sinnestäuschungen,sondern lediglich um Vorstellungen von grosser Lebhaftig-keit handelt. Bei genauerem Eingehen gelingt es, die zu-nächst auf Trugwahrnehmungen deutenden Aeusserungen derKranken dahin zu präcisiren, dass die Eindrücke nicht eigent-lich sinnliche, sondern „innerliche“ gewesen sind, die aberdennoch wegen ihrer aufdringlichen Intensität von den ge-wöhnlichen Vorstellungen unterschieden worden. Hier würdeman sich etwa die Reperception sehr stark entwickelt, aberdie Reizbarkeit der Sinnesflächen nicht erhöht vorzustellenhaben. Für diese Auffassung spricht der Umstand, dassdiese letztgenannte Kategorie der Reproduktionen, die manauch als psychische Hallucinationen (Baillarger),Pseudoliallu einatio neu (Hagen) oder Apper ceptio 11s-hallucinationen (Kahlbaum) bezeichnet hat, zumeistmehrere oder alle Sinnesgebiete in korrespondirender Weiseumfassen und dass sie stets in nahen Beziehungen zu dem