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• II. Allgemeine Symptomatologie.
Eindruck erzeugt, nicht der normale, dem getroffenen Sinneadäquate ist, eine Täuschung des Subjektes über die Naturder Reizquelle entstehen. So ist streng genommen derLichtblitz, die Klangempfindung bei elektrischer Durch-strömung des Auges und Ohres, der Geschmackseindruckbei mechanischer Reizung der Chorda tympani als eine Trug-wahrnehmung anzusehen, wenn wir dieselbe auch vermögeunserer physiologischen Erfahrungen sogleich als solche er-kennen und korrigiren, so dass eine weitere Verfälschungunseres Bewusstseinsinhaltes daraus nicht hervorgeht. *) Den-noch können unter Umständen bei Geisteskranken (nament-lich bei stärkerer Bewusstseinstrübung) die subjektivenLichterscheinungen in Folge von Kongestivzuständen desAuges, das Brausen und Klingen in den Ohren, die Vor-stellung drohender Feuer- und Wassersgefahren u. dergl.wachrufen und auf diese Weise das Zustandekommen einerwirklichen unkorrigirten Täuschung vermitteln. Derartigeperipher bedingte Sinnestäuschungen hat man elementaregenannt, weil sie eben wegen ihres Entstehungsortes in denreizaufnehmenden Flächen den Charakter einfacher, nichtzusammengesetzter Sinnesempfindungen tragen.
Verfolgen wir indessen die Bahn der Sinnesnervenweiter centralwärts, so gelangen wir an diejenigen Centren,in denen sich die einzelnen Wahrnehmungselemente, wie sievon der Peripherie geliefert werden, zu einem Gesammt-eindrucke kombiniren, der alsdann als Sinnesvorstellung insBewusstsein gelangt.. Ueber die anatomische Lage dieserCentren können wir freilich bisher nichts Sicheres aussagen;mir ist es am wahrscheinlichsten, dass die sog. centralenSinnesflächen in der Rinde als solche zu betrachten sind.Es ist ohne Weiteres klar, dass auch hier nicht adäquateReize, also z. B. Veränderungen in der Cirkulation, Gifteu. dergl., Erregungszustände hervorzurufen vermögen, welcheden normalen Reizungen durch Sinneseindrücke sehr ähnlichsind, um so leichter, wenn die Erregbarkeit des betreffendenCentrums im gegebenen Augenblicke durch-irgend welche
*) Kraepelin, Vierteljahrsschr. f. wissenscliaftl. PhilosophieV, 2, 3.