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Compendium der Psychiatrie : zum Gebrauche für Studirende und Aerzte
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Grundlage cler Prädisposifion.

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Boden eine fortlaufende Reilie von Veränderungen hervor-zurufen im Stande sind, welche auf das Empfindlichste inden Ablauf der Lehensvorgänge eingreifen.

Man kann sich demnach etwa vorstellen, dass die Prä-disposition auf somatischem Gebiete, im Bereiche der Hirn-funktionen, durch eine erhöhte Reizbarkeit der gesamm-ten Nervenmasse oder einzelner Theile derselben repräsentirtwerde, durch eine Verminderung der Hemmungen,welche die Ausbreitung und das Anwachsen von Erregungs-

1 zuständen allgemein oder in bestimmten Partien des Central-organes erleichtert. Dafür spricht z. B. die Ausgiebigkeit undNachhaltigkeit der Wirkungen, welche hier durch Affekte,durch kleine Alkoholdosen u. dergl. bisweilen hervorgebrachtJ werden. Dass dabei namentlich auch dem vasomotorischenNervensysteme eine bedeutsame Rolle durch häufige und aus-gedehnte Cirkulationsalterationen zukomme, ist sehr wahr-scheinlich. Nahe liegt es, einen derartigen Zustand dererhöhten Reizbarkeit mit Erschwerung des Ausgleiches vonGleichgewichtsschwankungen in eine gewisse Parallele zusetzen zu dem analogen Zustande der Asthenie, den manan peripheren Nerven beobachtet, wenn dieselben in Folgeoft wiederholter Reizung ihre normale Reaktionsform ver-lieren und nun eben durch ein Stadium wachsender Erreg-I barkeit mit Abnahme der Hemmungen hindurch schliesslichj in den Zustand der Erschöpfung, der sinkenden Reizbarkeit,

J übergehen.

[ Die psychischen Erscheinungen, die von prädispo-

! nirten Individuen dargeboten werden, lassen sich im Allge-j meinen ebenfalls unter dem Gesichtspunkte einer Herabsetzungj der Widerstandsfähigkeit, einer erhöhten Impressionabilität| gegen äussere Einwirkungen und Schädlichkeiten auffassen.

Wir werden bei der Besprechung der angeborenen Schwäclie-j zustande Gelegenheit haben, wenigstens die schwereren For-i men dieser psychopathischen Prädisposition nach ihren Sym-ptomen auf den einzelnen Gebieten des Seelenlebens kurz' zu schildern.

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