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I. Allgemeine Aetiologie.
den eigentlichen senilen Erkrankungen darbieten. ErotischeErregung, Eifersuchtsideen, ferner absurder Verfolgungs- oderVersiindigungswahn kommen dabei relativ häufig zur Be-obachtung.
Den Verschiedenheiten in den ätiologischen Verhält-nissen bei beiden Geschlechtern entspricht auch das Vor-walten der einzelnen Krankheitsformen bei ihnen. DieDementia paralytica, die alkoholischen Psychosen, die pri-märe Verrücktheit mit ihrer vorzugsweise intellektuellenStörung überwiegen heim männlichen Geschleclite, währenddem weiblichen die grosse Kategorie der hysterischen Aliena-tionen eigenthümlicli ist; auch chronische Melancholien sindhier verlüiltnissmässig häufig.
Race und Nationalität. Sehr wenig Sicheres lässtsich hei dem jetzigen Stande der Statistik und der grossenKomplikation der Frage über den prädisponirenden Einflussder Eace und Nationalität aussagen. Man kann eben nichtermitteln, wie weit die sich lierausstellenden statistischenDifferenzen nicht vielmehr durch die socialen und klima-tischen Unterschiede bedingt sind. Diese Fehlerquelle fälltnur dort aus, wo verschiedene Racen unter annäherndgleichen Lebensbedingungen zusammenwohnen. So scheintsich für die Juden in der Tliat eine grössere Neigungzu psychischen und nervösen Erkrankungen zu ergeben.
Kultur. Von den socialen Verhältnissen ist es nament-lich die Höhe der allgemeinen Kulturentwicklung, die manals die Ursache einer grösseren Häufigkeit des Irreseins an-gescliuldigt hat. Es kann allerdings wol nicht in Abrede ge-stellt werden, dass die rapide Zunahme der Geisteskranken,welche uns periodische Zählungen erkennen lassen, nur zumTheil eine scheinbare, durch die grössere Soz'gfältigkeit derErhebungen bedingte, ist, und dass die wirkliche Zunahmeeine raschere Progression aufweist, als das allgemeine An-wachsen der Bevölkerung. Dieses Verhalten wird treffendillustrirt einmal durch die ebenfalls unzweifelhafte Steige-rung der Selbstmordfrequenz, dann aber durch den eigen-thümliclien Gegensatz, der sich zwischen Stadt- und Land-bevölkerung herausstellt. Gerade die grossen Städte mitihren erhöhten Anforderungen an die intellektuelle und