Lebensalter.
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Beobachtung kommen; es üburwiegen jedoch die affektivenStörungen.
Die grösste statistische Häufigkeit der psychischen Er-krankungen fällt in die Zeit der vollen Kraftentfaltungvom 25. bis zum 50. Lebensjahre. Sicherlich ist nicht diebesondere Prädisposition der entwickelten physischen undpsychischen Persönlichkeit, sondern lediglich die Zahl dervon Aussen auf dieselbe einstürmenden Krankheitsursachenals der Grund dieses Verhaltens anzusehen. Die Wider-standsfähigkeit ist in diesem Alter zweifellos am grössten,aber die Schädlichkeiten sind in rascherer Progression an-gewachsen, als jene. Die Schwierigkeiten der Lebensführungvei'grössern sich mit der zunehmenden Selbständigkeit undder Sorge um Weib und Kind; aus der weiter reichendenVerantwortlichkeit entspringen ernstere Konflikte und Sorgen;die höher gespannten Hoffnungen bringen Enttäuschungenmit sich, und die dauernde Anspannung aller physischenund geistigen Kräfte im Daseinskämpfe wird nicht langeohne Ermüdung und Erschöpfung ertragen. Dazu gesellensich die vielfachen körperlichen Erkrankungen, denen dierücksichtslose Arbeit das Individuum aussetzt, die verliäng-nissvollen Phasen des Geschlechtslebens beim Weibe und —last, not least — die verderbliche Wirkung der Excesse inBaccho et Venere (Syphilis!). Die verschiedensten ätio-logischen und symptomatischen Gruppen des Irreseins ge-winnen daher in diesem Alter ihre weiteste Verbreitung;als einigermassen charakteristisch darf für dasselbe beson-ders die allgemeine Paralyse angesehen werden; auch dieprimäre Verrücktheit, jene Erkrankungsform, in der sichdie Unzulänglichkeit der natürlichen Anlage gegenüber denAnforderungen des Lebens dokumentirt, tritt hier besondersin den Vordergrund.
Mit der Abnahme der psychischen Leistungen und derImpressionabilität, wie sie den späteren Altersklasseneigentliümlich ist, sinkt auch die Häufigkeit der psychischenErkrankungen. Der Gesichtskreis verengt sich, die Repro-duktions- und Kombinationsfähigkeit nimmt ab, das Gefühls-leben verödet und zieht sich auf das Gebiet der unmittel-barsten egoistischen Interessen zurück. Gerade diese mehr