IX
halten sie für theoretische Träumereien, weil <—diese Grundsätze in keinem Staate befolgt wer-den. Ntan urtheilk schnell: daß die oberstenDiener des Staats entweder stch nicht mitNachdenken über wichtige, auf das Wohl desGanzen so großen Einfluß habende Gegenstän-de beschäftigen, oder daß ste dergleichen Grund-sätze für falsch halten müssen, da ste dieselbennicht aus den Staat, dessen Verwaltung ihnenanvertraut ist, anwenden; — aber man irrethierin sehr. Es giebt so viele Vorurtheile undVolksmeinungen, welche von dem Einen wegenseiner äussern Verhältnisse respektirt werdenmüssen, und von dem Andern, der nicht solcheRücksichten nötig hak, aus Überzeugung respek-tirt werden, und die Frage: ob Volksmeinun-gen und Vorurtheile in staakswissenschaftlichenGegenständen von der Regierung respektirt wer-ben sollen, oder nicht, bedürfte bei ietziger ^agevielleickt der Aufmerksamkeit und der philosophi-schen Prüfung in eben so hohen Grade, als dieFrage: ob dieser oder jener staakswissenschaftli-cher Grundsatz auf den Staat anwendbar sep,oder nicht. Eine protestantische Regierung istgewiß von der Entbehrlichkeit der päbstlichenDispensationen zu Ehen und dergl. völlig über-zeugt, aber dennoch respektirt sie das Vornrkheil