«sD-ASo»
IX
monien üblich. Sie trugen nämlich die Steinevorher zusammen, ehe noch die Grube dazu ge-graben war, bestrichen sie mit allerley köstlichenOelen, und zierten sie mit Kränzen.
Nachdem man das Opfer geschlachtet hatte,wurde von dem Blute etwas in die Grube, wo-rein der Gränzstein kommen sollte, gesprüht,welchem man noch Honig, Getreide, Wein,Weyrauch re. beyfügte, und dieses durch hinein-geworfene brennende Fackeln verbrannte. Wennnun alles von dem Feuer völlig verzehrt wordenwar, ließ man den Gränzstein auf die warmeAsche sehen, und befestigte solchen mit gebroche-nen Stücken von Steinen.
Zu dem Opfer nahm man allerley Thicre(vorzüglich aber Mutterschafe und Schweine)wodurch angezeigt werden sollte, daß da dieThiere gern der beßten Weide nachgehen, unbe-kümmert ob solche in- oder außerhalb ihresHerrn Gränze sich befinde, ob der Platz gewei-het oder gemein, bemarket oder frey sey, der-jenige das Leben verwirkt hätte, welcher dieGränzen böslich überschreiten, und die benach-