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Bayerische Chronik
Entstehung
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LXXII
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LXXII

(S. 265,26). Zur Zeit der Abfassung lebte Herzog Wolf-gang noch (S. 264,17), welcher am 24. Mai 1514 gestorbenist Die Fortsetzung fällt also zwischen den 2. März1511 und den 24. Mai 1514, und zwar wohl die ganzeArbeit des Portsetzers; denn sie ist offenbar in einem Zugegeschrieben und nicht in verschiedenen Zeiträumen odergar unmittelbar nach den Ereignissen eingetragen worden.Dies zeigt sowohl der Stil, als auch die Beobachtung, dassda, wo keine geschriebenen Quellen direkt vorlagen, dieZeitangaben nur ungefähr und wohl nur aus der Erinnerungangegeben sind 1 .

Verfasserfrage. Zuerst hat Kluckhohn 2 die Frageaufgeworfen, ob Füetrer die Fortsetzung in W verfassthabe, und er kam, obwohl er ihren ganz verschiedenenCharakter nicht verkannte, zu dem Schlüsse, es sei dochwohl Füetrer gewesen, der als reifer Mann seine Jugend-arbeit 30 Jahre später wieder aufgegriffen, zu verbesserngesucht und fortgesetzt habe. Lorenz 3 schloss sich ihmohne weiteres an, auch noch in der 3. Auflage; Kiezlerdagegen, der auch meiner gegenteiligen Ansicht 4 Beachtungschenkte, war viel eher geneigt diese Identität abzulehnen 5 .

Es ist in der Tat nicht daran zu denken, dass Füetrerdie Fortsetzung in W verfasst haben könnte; nichts wenigerals alles spricht dagegen. Es wäre ganz unmöglich sichdas Verh ältnis zu z vorzustellen, dessen Kinderverzeichnisvon W benutzt worden ist und dessen 2 fortsetzende Ab-schnittchen so ganz unpassend in der Fortsetzung von W(S. 221,20-29) stehen geblieben sind. So würde doch einVerfasser seinem eigenen Werke gegenüber nie verfahren 0 .

1 Herzog Christof stirbtam herbst" [8. Aug.] 1493, Herzog Georgvon Landshutzu Martinj" [1. Dez.] 1503.

7 Forschungen zur deutschen Geschichte VII, 212. Göttingen 1867.

8 Deutschlands Geschichtsquellen im MA, 3. Aufl. Berlin 1886. I, 211.

* Zeitschrift für deutsches Altertum XXVII, 287 (1883), wo ich bereitsden Tod Füetrers vor das Jahr 1500 setzte, indem mir die Unmöglichkeit,ihm die Fortsetzung in W zuzuschreiben, bereits klar geworden war.

6 Geschichte Bayerns III, 911. 1889. Auf die dort gegebene vor-treffliche Charakteristik des Fortsetzers ist besonders hinzuweisen.

Es ist auch zu beachten, dass der Inhalt des 1. Abschnittchens(Wagenburg vor Giengen) von W an der richtigen Stelle (212,26) bereitserwähnt worden ist; um so ungeschickter machen sich die beiden Ab-schnittchen in seiner Fortsetzung. Vgl. meinen Erklärungsversuch S. 221,Anm. 5.