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Bayerische Chronik
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LXV
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zum Bichter aufwerfen und die Ehre keines Verfassersschmälern wolle.

Für einen starken Beweis der Zuverlässigkeit einerDarstellung hält er den Umstand, dass sie auch in lateinischerSprache zu finden war, obwohl er sich, wohl notgedrungen,an die deutsche Form anschliesst. Darum setzt er bei derGeschichte des Grafen Berchtoldus von Witteisbach (no. 191)noch ausdrücklich hinzu, dass er sie auchzu latein" ge-funden habe. Ganz richtig erkennt er aber den Widerspruchin dem Namen, der dem Pfalzgrafen beigelegt wird undwagt ihn selbständig zu verbessern.

Noch weiter führt ihn sein kritischer Versuch gegen-über der Scheirer Chronik in no. 193, deren Chronologieihm bedenklich erscheint.

Günstig beeinflusst seine ganze Chronik der Umstand,dass er die Abstammungsverhältnisse besonders aufmerksamim Auge behält und sich offenbar einen Stammbaum anlegte,dessen Aufstellung schon ein klares Erfassen des Inhaltesseiner Quellen erforderte.

Ein eigenes Urteil über die Handlungen der besprochenenPersonen erlaubt er sich äusserst selten; um so über-raschender erscheint der Freimut, mit dem er von denbayerischen Herzogen sagt, dass sie die Ansprüche aufihren holländischen Besitz durch eigene Saumseligkeit ver-scherzt hätten (S. 186,23). Man muss wohl für sicher an-nehmen, dass Herzog Albrecht IV. sich Füetrer gegenüberselbst kräftig in diesem Sinne geäussert hat.

Wie viele zeitgenössische Chronisten betrachtet Füetrerdie Anführung der Quellen mehr für einen stilistischenSchmuck, als für eine Wegleitung und ein wirkliches För-derungsmittel für den Leser. Daher zögert er nicht, woes ihm passt, die Quellenangaben seiner Vorlagen zu über-nehmen und damit zu prunken, ja sie sogar an geeignetscheinenden Stellen auf's Geratewohl zu zitieren; den Vor-wurf aber, dass er Quellenangaben direkt erfunden habe,um eigene Phantasiegebilde zu stützen, muss ich nach reif-licher Ueberlegung aller Umstände (vgl. oben die Behandlungder Quelle no. 50, Garibaldus) zurückweisen, ebenso wiedie damit im Zusammenhang stehende Behauptung, dass

Quellen und Erürtorungen N. F. II. V