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einen den französischen Texten unbekannten Helden Ingramnennt, dessen Stammland Bayern zu sein scheint, sei viel-leicht der Erfinder jener Sage.
Es ist wohl grösserer Nachdruck darauf zu legen, dassIngram kein bayerischer Name ist, sich dagegen in Belgienund am Rheine nachweisen lässt. Dort ist nun auch dieeigentliche Heimat für derartige Fabeleien, mit denen LuciusTungrensis, Hugo Tullensis, Nicolaus Rucleri, Clarembaldusihre Werke ausstatteten. Da erscheint ein fabelhafter KönigB avo; da findet jeder Ort, wenn sein Name auch nur ent-fernt an ein lateinisches Wort anklingt, seine weit aus-gesponnene, an die römische Geschichte anknüpfende Er-klärung i. Ich möchte annehmen, dass die Erfindungen,welche zuerst in der vita Altmanni auftauchen, von einemMönche ausgingen, der diesem Schriftstellerkreise entstammte,indem ja die Namen Bavarus und Norix sicher auf gelehrteretymologischer Spielerei beruhen.
Mit der Herleitung ihres Stammes von diesem Ursprüngewaren aber noch nicht alle Wünsche befriedigt, welche dieBayern an ihre älteste Geschichte richteten. Erstens warv on niemandem so dringend, wie von Andreas von Regens-burg, auf die Lücken in der Ahnenreihe der bayerischenHerzöge hingewiesen worden, und zweitens mag HerzogAlbrecht IV., der so sehr auf die Vereinigung und Untrenn-barkeit der bayerischen Lande hinarbeitete, damals schond 'e Frage in die gelehrten Kreise getragen haben, ob sichnicht in der alten bayerischen Geschichte der Fall nach-weisen Hesse, dass beim Aussterben des Mannesstammes indem einen Landesteile dieser der andern Linie zugefallens ei, wie es in dem Vertrage zu Erding vom Jahre 1392rechtlich festgelegt wurde.
Durch die Einschiebung mehrerer Tlieodo und Thassilomit ihren nach berühmten Mustern erdichteten Taten ist
1 Wilmanns, Jacobi de Guisia Annales Hannoniae Archiv derGesellschaft für ältere deutsehe Geschichtskunde 9,322. Rüdigers Argu-mentation ist namentlich entgegenzuhalten, was Wilmanns S.325 schreibt:»Der Sucht, den Ursprung jedes Ortes nach einer zufälligen Namens-ahn lichkeit aus diesem oder jenem geschichtlichen Ereignisse zu erklaren,und so ein künstliches Gebäude historischer Fabeln zu erheben, habendie genannten Schriftsteller auch in den Deutschland betreffenden .Nacn-nchten auf's vollständigste Genüge getan." Leider habe ich mir dieseltene Ausgabe von Guise noch nicht verschaffen können.
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