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sein, dass diese Angaben der Chronik des Garibaldus ent-nommen seien, ein Schluss, der allerdings nicht zwingendgenannt werden kann.
4. Garibaldus ist, soweit sich seine Quellen mit einigerSicherheit nachweisen lassen, vorzugsweise von französischenund auch spanischen Ueberlieferungen beeinflusst, mit welchener in fantastischer, ja schwindelhafter Art umspringt, sodass ich mir Füetrer in dieser Rolle gar nicht denken kann,denselben Füetrer, der, nachdem diese Quelle versiegt,wieder ganz der alte ist und treulich seinen Vorlagen folgt.
Aus diesen Gründen halte ich die Annahme,dass Füetrer wirklich eine Chronik des Gari-baldus in den Händen gehabt hat, für gerecht-fertigt.
Bei alledem ist dieser Garibaldus, den niemand kenntoder etwas deutlicher nennt, eine von so geheimnisvollemDunkel umwobene Persönlichkeit, dass man kaum um dieAnnahme eines absichtlichen Versteckens herumkommt, wennauch Füetrer an seiner Glaubwürdigkeit nicht gezweifeltund wohl selbst nichts weiteres von ihm gewusst hat.Wen kann man sich unter diesem Autor vor-stellen?
Die älteste bayerische Annalistik zeigt eine starke Be-einflussung durch aus dem Westen stammende Elemente;so beginnen bekanntlich die Annales Juvavenses Maioresmit Daten aus der Geschichte des englischen KlostersLindisfarne, welche Arn, Alcvins Freund, aus Frankreichnach Salzburg brachte. Ebenso wird die Poesie der Geist-lichen von Westen (Frankreich, Belgien, den Rheinlanden) herbeeinflusst (Annolied, Regensburger Kaiserchronik). SchonSchröder 1 denkt an rheinischen Ursprung der Sage vonden Herzogen Boemund und Ingram, freilich nicht ohnelebhaften Widerspruch bei Rödiger 2 zu finden, welcherdie Vermutung hinwirft, Konrad, der im Rolandliede 28,22
1 Kaiserchronik, M. G. Deutsche Chroniken I, 1,77.
2 Annolied, ebenda I, 2,82: „Es müsste wohl ein merkwürdigerEheinländer gewesen sein, der so viel Interesse an den Bayern nimmt,dass er ihnen ein par Herzöge Boimund und Ingram erfindet". — DieserEinwurf wäre dann berechtigt, wenn nachgewiesen werden könnte, dasseiner, der sich in historischen Dingen auf's Lügen und Fälschen verlegt,dies nur aus Patriotismus täte.