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auch davon wissen. Immerhin ist bekannt, dass St. Ulrichund Aira zu Augsburg im Jahre 1455 eine Altartafel ausFlandern erhielt.
Das Knitterige, Scharfbrüchige im Gefälte des mit ge-suchte]' Absichtlichkeit am Boden ausgebreiteten Mantelsder Frauen auf unserem Bilde ist danach nicht der ErfindungFüetrers zuzuschreiben, sondern es ist eine formelhafteModesache, die aus den Niederlanden stammt und ursprüng-lich gerade so der Unfähigkeit, den Fussboden zu gestalten,zu Hilfe kam, wie der goldene Hintergrund oder das gotischeHahnienwerk die Unfähigkeit, den Himmel zu bilden, ver-decken sollte. Selbst Rogier van der Weyden behieltv ielfach noch etwas Steifes, Skulpturenartiges in der Faltungder übrigens häufig auch steingrauen Gewänder; vgl. no. 664'" der National Gallcrv in London: Die Kreuzabnahme, undhesonders das Bild: der hl. Lukas die Madonna malend, inder Münchener Pinakothek '.
Die Art, grau in grau zu malen, stammt gewiss auchaus jenen vorauszusetzenden niederländischen Vorbildern,denn in der niederländischen Kunst war diese Malweise zuHause und wurde auch später noch z. B. für den Schmuckder Aussenseiten der Altarflügel verwendet 2 . Ich nehmeU) n so bestimmter an, dass Füetrers Art, grau in grau mitleichter Kolorierung der entblössten Körperteile zu malen,au f einem in Bayern damals für ein Muster betrachtetenVorbilde beruhen muss, als kein Geringerer als Hans-Holbein der A eitere anfangs noch unter diesem Ein-flüsse stellt. Ich beziehe mich damit auf die DonaueschingerPassion, bei welcher „nur die Fleischpartien, Haar undBart, sowie einzelnes in der Scenerie in den natürlichenFarben erscheinen, dagegen alle Gewänder steinfarbig graus *nd, auf den Aussenseiten bläulich, auf den Innenseitengelblich in den Schatten. Der dunkle Grund war ursprünglich
1 Letzteres repr. bei Springer, Kunstrasen. IV, 28.
' Vgl. zwei vom Rücken eines Gemäldes abgenommene Bilder von^ornelissen (1480—1560), Mann und Weib mit ihren Patronen Peterund Paul darstellend, grau in grau, in der Behandlung der Gewand-ralten freier als Füetrers Bild, aber immer noch etwas von der Unnatur"er Schablone bewahrend, ca. 80 cm hoch, 70 cm breit, no. 657 derNational Gallerv in London.