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mit lichtblonder Färbung der Haare und leichter Kolorierungder nackten Körperteile. Eine seither wegen Wurmfrässnötig gewordene Restauration hat, wie mir der Konservator,Herr H. Beyer gütigst mitteilt, zur Beseitigung derschwarzen Uebermalung des Hintergrundes geführt, unterwelcher das ursprüngliche dunkel getonte Blau des Himmelswieder hervorgetreten ist.
Gotische Architekturformen, an denen die Darstellungvon 70 Personen in sehr geschickter Weise Platz gefundenhat, teilen das Bild in 5 Felder, deren mittleres den bereitsverschiedenen Christus am Kreuze zeigt. Longinus, dessenBlindheit durch geschlossene Augen angedeutet ist, hält dieHände an der Lanze, welche sein Genosse Christo in dieSeite stösst, während daneben ein Edelmann höhnt 1 : „Bistdu Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz," (Matth. 27, 40)und ein Knecht mit dem Essiggefäss und dem Schwämmeauf der Stange herbeieilt. Maria Magdalena hält denKreuzesstamm umfasst, und der Jünger Johannes stützt dieniedersinkende heilige Jungfrau (Joh. 19, 26—27). Rechtsvom Heiland ist der Schacher gekreuzigt, der Gnade ge-funden hat. Der Reiter mit dem Hute zu seiner Hechten istwohl Joseph von Arimathia, der kommt, am den Leich-nam Christi abzunehmen, und vor ihm stehen zwei vornehmebrauen mit turbanartig hochgebauschtem Gebende hinter derheiligen Veronica. Zart ausgeführte Heiligenscheine mitStrahlen umgeben die Häupter von Veronica, Maria Magdalenaund Johannes; bei Maria und besonders bei Christus sind siemit Verzierungen versehen. In dem links vom Heiland be-findlichen Felde ist der Henker eben damit beschäftigt, demruchlosen Schacher mit dem Beile die Beine zu zerschlagen.Davor steht, sein Pferd am Zügel haltend, der gepanzerteHauptmann, auf den die Ereignisse beim Tode Christi einenso tiefen Eindruck gemacht haben (Matth. 27, 54. Luc. 23, 47),während im Vordergrunde die um des Heilands Obergewandwürfelnden Kriegskne ch te inStreit geraten: der im Vorder-grund sitzende, offenbar der glückliche Gewinner, streckt
1 Ziemlich die gleiche Geste bemerkt man bei dem Manne, der dieobigen Worte spricht, und bei Longinus im Fürstätter Kreuzigungs-gemälde (um 1400), jetzt im Nationalmuseum. Keprod. in: Kunstdenk-male Bayerns I, Tafel 224.