2Z4
Dial
Dict.
Diap Diap
Vorschlag bringen wird. Ich nehme daher den ehemahls Diapente, in der Tonkunst, die ordentliche oder rechtegegebenen Rath, Sprech-art dafür zu sagen, wie schon Quinte. Eschen bürg. Buchstäblich durch fünf.Frisch wollte, hiemit zurück. Diaphan, durchsichtig, durchscheinend.
Dialectic. Unter diesem Namen begriffen die Alten bald Diaphoresis, in der Arzneikunst, der zertheilende Aus-die Vernunstlehre (.Logic) überhaupt, bald denjenigen Wurf, z. B. durch Schweiß.
' Theil derselben, der die Streitkunst (Disputirkunst) Diaphoretisch , schweißtreibend, z.B. dergleichen Mittel,lehrt. Wenn es jetzt gebraucht wird, so wird gewöhn- Diaphragma , in der Arzeneilchre, das Zwergfell; in
lich nur die letzte damit gemeint. Kant unterscheidetdreierlei Arten von Dialektik: i. die logische, die erdie Logik des Scheins nennt, und durch „eine Wiffen-schastBlendwerk oder Schein zu erregen," erklärt; 2. dietransscendentale, „diejenige, welche den Schein trans-scendenter Urtheile aufdeckt, und zugleich verhütet, daß ernicht betrüge;" 3 . die natürliche (in der Tugcndlehrc),„ein Hang, wider die strengen Gesetze der Pflicht zu ver-nünfteln, und ihre Gültigkeit, wenigstens ihre Reinig-keit und Strenge, in Zweifel zu ziehen, und sie, womöglich, unsern Wünschen und Neigungen angemessenzu machen." Ich würde die erste die Scheinvernünfte-lei, die zweite die Scheinbestreitungslehre, und die drit-te die Scheintugendlchre nennen.
Dialectiker, entweder ein Vernunftlehrcr, oder ein ge--lehrterKlopfsechter, d. i. ein in der gelehrten Streikkunstgeübter und gewandter Mann.
Dialog. In den meisten Fällen, vielleicht in allen, istGespräch dafür hinreichend. Denn wenn gleich nichtjedes Gespräch, sondern nur ein nach den Regeln derWohlredcnhcit schriftlich ausgearbeitetes, ein Dialoggenannt zu werden pflegt: so ergibt sich diese nähereBestimmung doch gewöhnlich von selbst aus dem Zusam-menhange, z. B. ein Aufsatz, ein Buch oder Werk inGesprächen. Wo dis nicht hinreichend scheint, da kanninan Gesprächsform dafür sagen; z. B. es ist wider dieGesetze der Gesprächsform, so verwickelte und lange Glic-dersäße (Perioden) zu machen. In älteren DeutsisicnSchriften findet mau auch Zwiesprache dafür, welchesvon Fri tze'n (im Archiv der Zeit) erneuert worden ist:„Veltens und Michels Zwiesprach über die Bonzen."Diese Verdeutschung ist zwar der Abstammung des Gri-chischen Worts, aber nicht dem heutigen Sprachgebrau-che gemäß ; weil nach diesem der Dialog nicht bloß zwi-schen zwei, sondern auch zwischen mehren Personen Stattfindet.
Dialogisch, gesprächsweise oder in Gesprächsform.
Diamant, ist, zusammengezogen in Demant, für einge-bürgert zu Halten.
Diameter, der Durchmesser, d. i. eine zwischen zweiPunkten des Uinkreises durch den Mittelpunkt gezogenegerade Linie.
Diametraiisch, Franz, diametralement, gerade ent-gegen. Zwei einander gerade entgegenstehende Punkteauf der Oberfläche unserer Erdkugel.
Diapason, in der Tonkunst, die Grichische Benennungder Octave , weil sie durch aile Töne geht. Eschen bürg.
der Pflanzenlchre, die Scheidewand.
Diäresis, in der Sprachlehre, die Trennung oder Thei-lung eines Doppellauts (Diphthongs) in zwei Grund-laute (Vocale); wie wann aquar fur aquae gelesenwird.
Diarium, ein Tagebuch.
Diarrhee, der Durchfall oder Durchlauf, der Bauch-
stuß.
Diarthrosis, inderArzn., die Zusammenfügung der Glie-der ; also die Gelenkfuge.
Diastole, in der Arzeneilehre, die natürliche Bewegungdes menschlichen Herzens durch Ausdehnung und Zusam-menziehung.
Diate 83 aron, auch Tetrachord, die ordentliche Quar-te. Eschenburg. Buchstäblich durch viere.
Diatonisch, oder diatonisches Klanggeschlecht, in derTonkunst, von der Heraufsteigung der Tonleiter vomGrundtone an bis zu dessen Octave, durch sieben Stu-fen, worunter fünf ganze und zwei halbe Töne sind.Der Grundton dabei ist willkührlich. Eschenburg«C a t e l hat nach der Tonleiter dafür angesetzt.
Diatrihe, eine Abhandlung, gemeiniglich mit einem ver-ächtlichen Ncbenbegriffe, den wir etwa mit Schulab-Handlung oder Schulschrift verbinden würden, wennvon einer Schrift die Rede ist, welche nicht die Be-stimmung einer Schulschrift hak. Er fetzte die Rechteseines Hofes in einer langweiligen Schulschrift ausein-ander. ■
Dicasterium, ein Gerichtshof, eine Landesstelle (Lan-descohegium).
Dictata, etwas zum Nachschreiben vorgesagtes; die nach-geschriebenen Hefte.
Dictator. Ich habe Machtsprecher, von Machtspruch ge-bildet, dafür vorgeschlagen. Es wurde bekanntlich zuRom, unter gefährlichen Umständen, statt zweier Con-suls, ein Dictator ernannt, und auf bestimmte Zeitmit unbeschränkter Macht bekleidet. Was dieser sprach,das galt für ein Gesetz; er war also ein Machtspre-cher. Catel hat dieses Wort aufgenommen.
Dictatori8ch , machtsprecherisch. „Um dieser machtspre-cherischen Beschränkung der Deutschen Sprache entgegen-zuarbeiten;" sagte ich in der Ankündigung des Ergän-zenden Wörterbuchs. Oft passen auch herrisch und ge-bieterisch dafür.
Dictatur, 1. die Machtsorecherwürde; 2.aufdem Deut-schen Reichstage wird diejenige Handlung darunter ver-standen, da der Kurmainzische Gefandlschaftsschreiber ei-ne