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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
253
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Deviation, dic Abweichung.

Devise, der Wahlspruch, Leibspruch; zuweilen auchbloß so viel als Sinnspruch überhaupt. Man hat auchgebackenc Sinnsprüche, von Zuckerkünstlcrn zur Belusti-gung an großen Tafeln verfertiget.

Devoir (spr. Dewoahr), die Schuldigkeit, die Pflicht.

Devolutionsrecht, ein Recht, vermöge welches bei demTode eines Ehegatten alles Vermögen an die Kinder fallt,und der andere Ehegatte nur den Nießbrauch davonbehält.

Devolviren, abwälzen, auf einen andern bringen.

Devot, in gutem Sinne, andächtig, ehrerbietig oder ehr-furchtsvoll ; in verächtlichem Sinne, andachtelnd oderfrömmelnd. So wird es genommen, so oft-es zumSachwerte gemacht wird; eineDevote, eineAndächt-lerinn oder Betschwester; die Devoten, die Frömmler.

Devotion, I. die Andacht, und in verächtlichem Sinne,die Andächtelei oder Frömmelei; 2. die Ehrfurcht. Manverharret in Ehrfurcht oder in Demuth; wenn manwill, für: in Devotion.

Dexterität, die Geschicklichkcit, Gewandtheit. EinMann von großer Gewandtheit in Geschäften.

Dey oder Dei, der Name des Reichsoberhauptcs zu Al-gier, Tunis und Tripoli.

Diabrosis , in der Arzncikunst, das Zerfressen oder Zcr-bcizen durch scharfe Säfte.

Diaeonns , gewöhnlich der zweite Prediger an einer Kir-che. In £>. T>. und in der Schweiz sagt man Helferdafür. Der Helfer Lavater. Dis hat auch Luther:Gott hat in der Gemeine gesetzt Helfer." 1. Cor. 12,28. Man könnte auch Hülfsprcdigcr, oder, wenn manlieber will, llnterprediger dafür sagen. Das Diaconatist die Stelle desselben; also die zweite Predigerstcllc;die Hülfspredigcrftelle, oder llnterprcdigerstelle. Al-lein man hat auch einen ^.rchidiaconus und einen Sub-diaconus, wofür in Schwaben die Deutschen Ausdrücke,Obcrhelfer und Ilnterhelfer, ganz gebräuchlich sei»sollen.

Diadem, die königliche Hauptbinde, oder die Königs-binde, (diesen letzten Ausdruck hat Bengcl. Ossenb.12, Z.) statt welcher die Könige in Europa Kronen tra-gen. Wenn in Roths gemeinnützigem Lexicon beiDiadem auf Nimbus verwiesen, und unter diesem

~~ beide Wörter, als gleichbedeutende, aufgeführt werden:so ist daS ein Irrthum.

Diäresis, 1. in der Wund-arzneikunst, die Absonderungnatürlich oder widernatürlich vereinigter Theile; 2. inder Sprachlehre, die Auflösung eines Doppellauts inzwei Selbst - oder Grundlaute.

Diät, die Lebensordnung, die Gesundheitspflege, wiewenn man sagt: seine Diät taugt nichts, oder, es sindFehler in der Diät vorgefallen. Zuweilen versteht manmagre Kost, in kleinem Maße genossen, darunter, wiez. B. in der R. a. Diät halten, wofür man bald mä-

ßig leben, bald auf Krankenkost gesetzt sein , sagen kann.Es wird auch wol für Kost überhaupt genommen:

In solcher Zeit, und bei so magerer Diät.

W i c l a n d.

Und warum hier nicht: und bei so magrer Kost?

Diäten. So werden diejenigen Gelder genannt, welcheBeamtete auf Amtsreiscn und während ihres Aufenthaltsan einem fremden Orte, zum Ersatz der Zehrungskosten,erhalten. Man hat Tagegelder dafür beliebt, welchesA d. aber nicht aufgenommen hat, ungeachtet einige un-serer besten Schriftsteller, z. B. W i cland, es gebrauchthaben. In den ältern Ausgaben des Don Silvio standTaggelder, welches aber jetzt richtiger in Tagegelder um-geändert worden ist.

Diätetie, die Gesundhcitslehre oder die Gesundheitsre-gel, d. i. die Lehre von der Erhaltung der Gesundheit.Zuweilen paßt auch hier Lebensordnung, z. B. wennmau sagt: er sündiget wider die Diätetie, wofür manentweder wider die Gesundheitslehre oder Gesundhcils--regel, oder auch wider die Lebensordnung sagen kann.

Diätetisch. Wir haben zwar kein Beschassenhcikswort,wie dieses, man müßte dann etwa gcsundhcitsmäßigdafür sagen wollen; aber wir können uns durch Zusam-mensetzungen helfen, indem wir z. B. für diätetische Re-geln Gcsundheitsrcgeln sagen, oder, wo dieses nichtthunlich ist, durch kurze Umschreibungen, z. B. derGc-sundheit oder der Gesundheitspflege gemäß leben fürdiätetisch leben, eine strenge Lebensordnung beobachten.

Diagnostisch, indcrArzencilcHrc, anzeigend, was zumKennzeichen einer Krankbeit dient.

Diagonal, schräg. Die-Diagonale ober DiagonaHUnie , die schräglaufende oder Oucrlinie, d. i. diejenige,welche zwei gegen einander überstehende Winkel einesVierecks mit einander verbindet. Kinderling hatEckstrich; Bnrja aber paßlicher, wie es scheint,Querlinic dafür angesetzt; Catcl, imWörterbnchc derAcadcmie, Zwerchlinie. Ebenderselbe hat auch diago-nalisch (diagonalement) durch übereckschncidend ver-deutscht. Allein wenn Zwerchliitz.e gcbilligcl wird, sokönnen wir für diagonalisch bequemer zw'.rch sagen.

Dialect, die Mund-art. Schon Frisch Hat gegen die-ses Deutsche Wort erinnert, daß es nicht eine Art derSprache , sondern des Mundes bezeichne, und dahernicht gut für Dialect gebraucht werde. Zum erstcn-mahle gehört, müßte es wirklich eben so selisam klin-gen, als wenn man Feder-art für Schreib-art sagenwollte. Allein die Gewohnheit macht, daß wir dasUn-paßliche nicht mehr empfinden; und da wir Sprech-art,das einzige bessere Wort, welches wir für jenes gebrau-chen könnten, zur Bezeichnung der abweichenden Artenzu reden, welche in einem und ebendemselben DialekteStakt finden, nöthig haben: so müssen wir hier demSprachgcbrauche nachgeben, und Mund-art so lan-ge gelten lassen, bis man ein besseres Wort dafür in