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1 (1808) A - E
Entstehung
Seite
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Dese

Dese

Des i

ehedem , theils für weilen, verweilen, theils in Ver-wandtschaft mit dieser Bedeutung, für wohnen gebraucht.Beispiele führt Sch erz Gloss.T. I. p.323. aus deraltern Ausgabe der Deutschen Bibelübersetzung an: £>Herr, wer entwelt in dein Tabernakel? Beim Ot-fricd clnellen, lrdualeir. Daher auch dasto dwell. Dieser Gebrauch wäre nun freilich veraltet genug,um jetzt dem Worte entweilen einen neuen Sinn unter-zulegen. Aber die Bedeutung, die Weile kürzen, oderdie lange Weile benehmen, scheint mir dann sich nichtdarin darzubieten, sondern eine, die zu viel sagte, näm-lich: einem ganz alle Weile und Zeit wegnehmen, ihndarum bringen. Es ließe sich also ebenso gut, und fastpaffender von Leuten gebrauchen, die uns die Zeit ver-derben, uns um die Weile und Muße bringen, die wirsonst für uns und unsere Geschäfte gehabt hatten." Wasden ersten Einwurf betrifft, so ist das, was E. selbstsich darauf geantwortet hak, schon völlig genügend. Sonstkonnte auch noch dagegen bemerkt werden, daß jenesgänzlich veraltete entwelcn, auch wenn es in entweilenverhochdeutscht wird, mit dem von mir gebildeten ent-werten, bei völlig gleichem Klänge, nicht einerlei Wortist. Ich glaube nämlich durch vielfältiges Vergleichengefunden zu haben, daß wir ein dreifaches cnt in un-serer Sprache besitzen, wovon das eine aus an (mit demWohllauts-t) wie in entzünden (anzünden), *) das an-dere aus in oder ein, wie in entzwei (in zwei), ent-schlummern (einschlummern), und das dritte vielleichtaus dem N. D. ut(aus), wie in entfahren (aus einemherausfahren), entseelen (ausseclcn) u. s. w. entstandenist. In jenem veralteten entwelen oder entweilen (ver-weilen , wohnen) ist ent offenbar so viel als an (an ei-nem One weilen); in dem von mir vorgeschlagenen cnt-weilen hingegen steht das enr für aus, und sind alsobeide Wörter, bei gleichem Klänge, wirklich wesentlichverschieden. - Was den zweiten Einwurf betrifft, soscheint hier alles darauf anzukommen, ob, wie ichwahrscheinlich gemacht zu haben glaube, das Wort Wei-le wirklich den Nebcnbcgriff des langsamern Ablaufs derZeit, einschließt oder nicht. In bejahendem Falle wärees weder mit Zeit, noch mit Muße gleichbedeutend, weilwir unter letzterem, nicht sowol Geschaftslosrgkeit, alsvielmehr nur .Befreiung von Zwangsarbeiten, also ei-ne Zeit verstehen, die wir unsern Lieblingsbeschäftigun-gen widmen dürfen, und die uns daher nicht langsam,sondern vielmehr schneller, als gewöhnlich, zu verfließenpflegt. Entweilen würde daher keineswcgcs gleichbedcu-icnd mit entzeiten oder entmußen sein; sondern viel-mehr wirklich aus der langen Weile ziehen oder desen-nuyiren bedcuren. Man könnte übrigens auch, we-nigstens scherzend, cntlaunen sagen.

9« sln t w 0 etc n (anworttn) und Antlitz (Anlitz) istdas a selbst beibehalten worden; in den übrigen Zusammen-setzungen dieser Klaffe ist, wir oft, in c nhergegaiizen.

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Sollte man das Wort entweilen, wie man angefan-gen hat, der Aufnahme ferner würdig flnden, so wür-de man auch einweilen für ennuyiren sagen können.Er hat mich durch seine Vorlesung schrecklich eingewcilt.Folgender Einwurf, den Hcpnatz mir gegen diesesWort machte, scheint vielmehr eine Empfehlung dessel-ben zu sein.Die Lesung dieses Buchs weilet mich ein;wie leicht könnte man diS so verstehen: weilet mich inden Schlaf?" Ich möchte hierauf antworten: destobesser, wenn man auch das dabei denken kann! Dennda muß ja der Begriff des Ennnyircns durch jenesWort recht kräftig ausgedruckt werden, wenn sogar derNebenbegriff des Einschlaserns dadurch erweckt wird..Gates hat entweilen aufgenommen.

Deseriren, verlassen.

Desert (spr. Desähr), der Nachtisch, das Nachessen.

Deserteur (spr. Desertöhr), der Uebcrlaufer, in Bezugauf das feindliche Heer, zu welchem er überläuft; .derAusreißer, in Bezug auf das Heer, welches er ver-läßt. Es ist kein Fall zu erdenken, in welchem nichtentweder das eine, oder das andere von diesen beidenWörtern völlig paßte. Es bedarf daher des neugebilde-tcn, Davonlaufet, welches Stutz vorschlägt, um soweniger, da dieses Wort, der gewöhnlichen Tonsetzungbei viersilbigen Wörtern zuwider, den Ton auf der zwei-ten Silbe, und dadurch etwas fremd-arriges im Klän-ge hak. Im O. D. findet sich Heerflüchtiger und Feld-ssüchtiger für De-sertetir, woraus Kind crling Heer«ssüchter gebildet hat, so wie man Tauben, welche zuFelde fliegen, Feldssüchter zu nennen pflegt. Aber dader Deserteur nicht zum, sondern vom Heere flüchtet,so ist die Achnlichkeit mit Feldssüchter jener Benennungzuwider.

Desertion, das Ausreisten, Ucberlaufen. Desertio ma-litiosa, in der Lateinisch-deutschen Rcchtssprache, ist schondurch bösliche Verlassung verdeutscht worden. Deser-tio appellationis, die Versaumung der (oder dicwcr-saumte) Berufung auf ein höheres Gericht. Desertioiuramenti, die Versaumung eines zu leistenden Eides.

Deserriren, ausreisten, überlaufen, davonlaufen.

Deserviten, Anwaltsgebühren.

Desesperiren, verzweifeln.

Deshabille (spr. Desabilljeh), das Nachtzeug oder Nacht-kleid. Auch das Hauskleid. Sie erschien eu desliabll-le, in häuslicher Kleidung.

Deshonneur (spr. Dcfonnöhr), die ttnehre.

Desbounorable (fpr. Dcfvnorabl), unrühmlich, schimpf-lich, entehrend.

Desiccacion, die Ausrroeknung, das Austrocknen.

Desiderabel, begehrenswert!). H c y n atz sagt, daß sich,wicwol selten, auch begehrlich dafür finde.

Desiderireu, verlangen, vermissen.

Desiderium, mildem Beiwortc plum, ein frommer,d. i. vergeblicher Wunsch.

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